Banker-Krisentreffen
Schlaflos in Washington

Miese Stimmung in Washington: Fieberhaft suchen die Banker und Politiker einen Ausweg aus der Finanzkrise. Heute Nachmittag hob Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann warnend den Finger. Der Wohlstand der Welt stehe auf dem Spiel.
  • 28

Washington„Liquidität kommt derzeit nur von oben“ – war der geflügelte Satz der Bankmanager beim Jahrestreffen des Weltbankenverbandes IIF in Washington. Parallel zu Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) suchten die Top-Manager bei strömendem Regen oder bestenfalls bewölktem Himmel bei ihren Speed-Datings in den großen Hotels und im Tagungszentrum nach einer Lösung für die Finanzkrise.

Vor dem Hintergrund schwieriger Refinanzierungsbedingungen an den Kapitalmärkten und den Heranstufungen der Rating-Agenturen war die Stimmung in der amerikanischen Hauptstadt eher gedrückt. „Mr. Market jagt die Politik, aber die findet keine einheitliche Haltung“, sagte ein Investmentbanker. 

Andreas Dombret, Vorstand der Deutschen Bundesbank, warnte: „Sollten sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten fortsetzen, kann ein Übergreifen auf die Realwirtschaft nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden, wie die Erfahrungen aus 2008 gezeigt haben. Allerdings ist die Lage in der Realwirtschaft besser als die Stimmung an den Finanzmärkten. Die Bundesbank geht davon aus, dass der konjunkturelle Aufwärtstrend in Deutschland trotz einer zu erwartenden Delle im Winterhalbjahr anhalten wird.“

Der große Durchbruch war auch am Sonntagnachmittag nicht in Sicht, aber Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann rüttelte die Teilnehmer zumindest noch einmal wach und erinnerte daran, dass in den kommenden Tagen nicht weniger als Wachstum und Wohlstand der Weltwirtschaft auf dem Spiel steht.

Es sei daher von „entscheidender Bedeutung, dass alle Regierungen der Eurozone die Übereinkünfte, die am 21. Juli in Brüssel erreicht wurden, jetzt schnell umsetzen“, sagte Ackermann. Dazu gehöre die Verabschiedung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) über 440 Milliarden Euro und des breiteren Spektrums des EFSF-Mandats. Unter der Führung des IIF habe sich der private Finanzsektor in Brüssel dazu verpflichtet, Griechenland zu unterstützen „und wir sind zuversichtlich, dass sich private Investoren und Gläubiger tatkräftig am angebotenen Anleihentausch beteiligen werden und beträchtliche Fortschritte dabei gemacht wurden, Unterstützer zu gewinnen“, so der Chef des größten deutschen Geldhauses.

Seite 1:

Schlaflos in Washington

Seite 2:

Wo Ackermann auf Granit beißt

Kommentare zu " Banker-Krisentreffen: Schlaflos in Washington"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ??????

  • Die Wert-Zerstörer. Banker, die in der Londoner City arbeiten und jährlich zwischen 500.000 und zehn Millionen Pfund einstreichen, zerstören für jedes Pfund Sterling, das sie an Wert schaffen, sieben Pfund Gemeinschaftsvermögen, heißt es in einer Studie des britischen Thinktanks nef.
    Und hätten die Bankster von 2008 – 2010 nicht 4589 Milliarden Euro (Europa) und in den USA über 20000 Milliarden Dollar vom Steuerzahler geschenkt bekommen, für die Bonis natürlich nochmals, allein in den USA 2010 144Milliarden Dollar, Leute, dann wäre der Spuk schon längst zu Ende – für die kriminellen Finanz-Schmarotzer, die jetzt die Staaten, bzw. die Steuerzahler immer weiter erpressen – mit Erfolg und diese Rettungsbillionen nie zurückzahlen können und wollen.
    Also Bankraub mal andersrum - legalisiert!

  • kaufe ein "/"
    http://www.wallstreet-online.de/diskussion/1162588-2451-2460/gold-silber-die-aktuellen-charts-sie-steigen-weiter

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%