„Baseler Ausschuss“
Großbanken bekommen strengere Regeln

Als systemisch relevant eingestufte Banken müssen sich auf strengere Regeln einstellen. Mit dem Schritt soll das Risiko verringert werden, dass der Zusammenbruch einer Bank gleich mehrere Finanzhäuser betrifft.
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Nach den am Dienstag veröffentlichten Regeln des Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sollen die Finanzgeschäfte der systemrelevanten Banken untereinander ab 2019 auf höchstens 15 Prozent ihres Kapitals begrenzt werden. Zudem wurde eine bestehende Regel, die die Menge der Geschäfte einer Bank mit einer einzigen Gegenpartei begrenzt, auf nicht mehr als 25 Prozent ihres Kapitals präzisiert.

Solche Grenzen „können direkt zu der Verringerung von systemweiten Ansteckungsrisiken beitragen“, erklärte der Baseler Ausschuss. Die schärferen Regeln seien notwendig, um die Banken vor „traumatischen Verlusten“ zu schützen, die durch den „Zahlungsverzug einer einzelnen Gegenpartei oder einer Gruppe von verbundenen Gegenparteien“ verursacht würden.

Der Rat für Finanzstabilität hatte eine Liste mit 29 Banken erstellt, die höheren Kapitalanforderungen unterliegen, weil ihr Zusammenbruch ein Risiko für die Weltwirtschaft darstellen könnte. Zu diesen als „Too Big To Fail“ eingestuften Banken zählen unter anderem auch HSBC Holdings Plc, JP Morgan Chase and Co., Deutsche Bank AG und Credit Suisse Group AG.

Die Basel-Regel bezieht sich auf Kredite, einige Derivate- Geschäfte und Wertpapierfinanzierungsgeschäfte. Ausnahmen von der Maßnahme sind für Käufe von Staatsanleihen durch Banken und für Intraday-Interbankenkredite vorgesehen.

„Das ist eine weitere positive Entwicklung für die Finanzstabilität; allerdings bleibt Europas Bankensystem in ein Netz von Kapitalverflechtungen verstrickt“, sagte Alberto Gallo, Leiter Makro-Research Europa von Royal Bank of Scotland Group Plc in London. „Daten der Europäischen Zentralbank zufolge befinden sich mehr als 50 Prozent der Schuldtitel von europäischen Banken in den Händen anderer Banken, und die Überkreuzbeteiligungen bei Aktien sind auch stark.“

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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