BayernLB
Auferstanden aus der Krise

Die BayernLB lässt die schwere Vergangenheit immer weiter hinter sich. Dauerhaft will sie eine der stärksten Regionalbanken Europas werden. Nur die hohen Kosten für die Regulierung belasten sie im Moment.
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MünchenEs sind Worte, die Bankchefs gewöhnlich nicht wählen, wenn sie über den Zustand ihres Instituts sprechen. Anders Johannes-Jörg Riegler, der Chef der BayernLB sagt: „Die Bank ist heute schon in einem guten, eingeschwungenen Zustand“. Damit bringt der Franke, der seit gut drei Jahren an der Spitze der zweitgrößten deutschen Landesbank steht, die aktuelle Lage auf den Punkt.

Was er damit meint, lässt sich leicht erahnen. Die Bank, die während der Finanzkrise vor neun Jahren nur durch Staatshilfen in Milliardenhöhe gerettet werden konnte, ist mittlerweile nicht gänzlich saniert. Die letzten Fesseln aus dieser Zeit der Krise hat sie im Juni abgeworfen. Die damals noch ausstehende Milliarde wurde an den Freistaat Bayern zurückgezahlt und damit das EU-Beihilfeverfahren gut zweieinhalb Jahre vor der Zeit beendet. Seither können Riegler und sein Vorstand wieder frei agieren, die Einschränkungen von einst sind Geschichte.

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Was nicht bedeutet, dass die Bank nun in das alte Fahrwasser aus Internationalisierung und teilweiser Großmannssucht zurückkehrt. „Mit Augenmaß“ solle das bisher schon erfolgreiche Geschäftsmodell weiter vorangetrieben werden. Das konservative Risikoprofil dürfe dabei keinesfalls wieder aufgeweicht werden.
Im Kern bedeutet dies, dass sich die BayernLB wieder auf das besinnt, was einst ihr Kerngeschäft war, nämlich die Versorgung von Großkonzernen und Mittelständlern mit Krediten und Dienstleistungen. Weil das Geschäft gerade vor der eigenen Haustür in Bayern brummt, ist das Ergebnis vor Steuern im ersten Halbjahr um 25 Prozent auf 148 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angezogen. Das wurde am Donnerstag bekannt. Dabei beschränkt sich das Geschäft längst nicht nur auf Bayern. 29 von 30 Dax-Konzernen gehören zum Kundenkreis, dazu weit mehr als die Hälfte der MDax-Konzerne.

Die Ratingagenturen goutieren die positive Entwicklung der vergangenen Jahre schon länger. Dreimal hat Moodys in den vergangenen drei Jahren die Einschätzung angehoben, zuletzt im April. Seither steht beim langfristigen Emittentenrating die Note A1. Das Ergebnis des ersten Halbjahres bestätigt das. Es lag bei 426 Millionen Euro und damit um 17 Millionen über dem Vorjahr. Rieglers Ziel, die BayernLB dauerhaft zu einer der stärksten Regionalbanken in Europa zu machen, ist damit durchaus realistisch.

Doch trotz der guten Entwicklung im operativen Geschäft kann sich die BayernLB nicht den belastenden Zwängen der Branche entziehen. Um fast sechs Prozent und damit auf 612 Millionen Euro stieg der Verwaltungsaufwand im ersten Halbjahr. Im Wesentlichen lag das an den weiter gestiegenen Auflagen der Regulierer. Effizienzprogramme zur Kostensenkung konnten den Anstieg lediglich bremsen.

Das bekam vor allem das Segment „Immobilien & Sparkassen Verbund“ zu spüren. Hier fiel das Ergebnis vor Steuern unter anderem wegen hoher regulatorischer Anforderungen von 121 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 87 Millionen Euro.
Auch bei der Direktbank-Tochter DKB sank der Gewinn deutlich. Mit 116 Millionen Euro verdiente sie im Vergleich zum Vorjahr weniger als die Hälfte. Um hier ein vergleichbares Bild zu schaffen, müssen aus dem Vorjahr allerdings die 130 Millionen Euro abgezogen werden, die durch den Verkauf eines Anteils an Visa Europe zustande gekommen sind. Insofern ergibt sich ein leichter Zuwachs. Die Zahl der Kunden liegt bei der Nummer zwei unter Deutschlands Direktbanken hinter der ING-Diba jetzt bei 3,6 Millionen.

Läuft bis zum Jahresende alles nach Plan, dann erwartet BayernLB-Chef Riegler ein Ergebnis im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Nachdem es im ersten Halbjahr schon 426 Millionen Euro waren, ist das eine äußerst konservative Schätzung. Zumindest passt sie zu der Aussage, die Bank mit Augenmaß voran zu treiben.

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