BHF-Bank
Bieterschlacht um Privatbank

Neues Übernahmeangebot für die Frankfurter Privatbank BHF: Die Aktien der Muttergesellschaft sind vom Handel ausgesetzt. Die Offerte kommt diesmal aus Paris – und kommt bei Aktionären offenbar gut an.

Die Bieterschlacht um die Frankfurter BHF-Bank geht in die nächste Runde. Die französische Bank Oddo hat ein Angebot zur Übernahme der Kleinwort Benson Group abgegeben, zu der die BHF gehört. Die Franzosen wollen damit den chinesischen Finanzinvestor Fosun ausstechen. Oddo bietet den Kleinwort-Aktionären-Aktionären 5,75 Euro je Aktie. Das Angebot von Fosun hatte bei 5,10 Euro gelegen.

Laut Oddo könne durch die Übernahme ein neuer, unabhängiger, deutsch-französischer Wettbewerber in der Eurozone entstehen. "Die Verknüpfung wäre ein Meilenstein in der Entwicklung der Gruppe", sagte Bankchef Philippe Oddo. Er will das Geschäft auf die Eurozone konzentrieren. So soll das Private-Banking-Geschäft der BHF in Großbritannien und auf den Kanalinseln an die französische Société Générale gehen. Von ihr stammt auch ein Teil des Kapitals, mit der Oddo die Transaktion stemmen will. Auch die Großbank JP Morgan streckt Kapital vor.

Die Aktien der Gruppe wurden an der Börse um 9 Uhr vom Handel ausgesetzt. Oddo hält derzeit rund 21,5 der Anteile. Die Fondsgesellschaft Franklin Templeton und die Holding des BMW-Erben Stefan Quandt sollen laut Oddo bereits bekundet haben, das Angebot anzunehmen. Damit kämen die Franzosen insgesamt auf 50,4 Prozent der Aktien.

Fosun hatte sein Angebot den Aktionären von Kleinwort Benson schon im Juli präsentiert. Kurz darauf hatte Großaktionär Oddo seine Gegenofferte angekündigt.

Die Geschäfte der Bank hatten zuletzt unter dem Tauziehen gelitten. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres verbuchte sie einen operativen Gewinn von 5,2 Millionen Euro – darin eingerechnet waren allerdings 17 Millionen an Gewinne aus dem Verkauf der Fondsadministration und Steuerrückerstattungen abzüglich IT-Kosten. So entspricht das Ergebnis einem Verlust im dritten Quartal – im ersten Halbjahr stand unterm Strich noch ein Plus von acht Millionen Euro.

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