Blick auf 2016
Dekabank wird nach Ausnahmejahren wieder vorsichtiger

Das Wertpapierhaus der Sparkassen könnte sein Ergebnis 2015 zwar noch einmal leicht steigern. Danach jedoch werden sich die Zahlen der Dekabank wohl wieder auf dem langjährigen Durchschnitt einpendeln.

FrankfurtDie Dekabank blickt mit großer Vorsicht auf das neue Jahr. Zwar gebe es „eine gute Chance“, dass das Wertpapierhaus der Sparkassen sein wirtschaftliches Ergebnis 2015 noch einmal leicht steigern werde, erklärte Vorstandschef Michael Rüdiger. Aber danach dürfte der Aufwärtstrend in dieser Form nicht anhalten, dafür sei das Umfeld zu schwierig. „Da haben wir wirklich Respekt.“

Nach den Worten von Finanzchef Matthias Danne hinterlassen die höheren Kapitalanforderungen, die Bankenabgabe, steigende Finanzierungskosten und geringere Erträge aus dem Kapitalmarktgeschäft zunehmend Bremsspuren in der Bilanz. Das wieder anspringende Fondsgeschäft könne dies nicht ausbügeln. „Perspektivisch werden wir eher wieder auf den langjährigen Durchschnitt einschwenken – ein wirtschaftliches Ergebnis von etwa 500 Millionen Euro“, erklärte Danne.

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2014 hatte die Deka ein Ergebnis von 541 Millionen Euro eingefahren. Nach neun Monaten stehen nun 456 Millionen zu Buche, wie die Deka am Dienstag mitteilte. Zum Vorjahr ist das zwar nur ein Mini-Plus von einem Prozent, weil die Turbulenzen an den Aktienmärkten im dritten Quartal viele Anleger verunsicherten und sich das Wachstum damit abschwächte.

Aber selbst in so einer schwierigen Marktphase habe die Deka unter dem Strich keine Mittelabflüsse verzeichnet, sagte Rüdiger. Die vor zwei Jahren gestartete Vertriebsoffensive – die Deka hat 180 Mitarbeiter eingestellt, die die Sparkassen in Kundengesprächen unterstützen sollen – zahle sich aus. Von Januar bis September kam die Deka auf eine Nettovertriebsleistung von 15 Milliarden Euro – 76 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Zuwächse gab es sowohl im Geschäft mit institutionellen Kunden (sieben Milliarden Euro) als auch mit Privatkunden (acht Milliarden Euro), die nach der Finanzkrise lange einen Bogen um Fonds und Zertifikate gemacht hatten. Aber die anhaltenden Niedrigzinsen erhöhen den Druck auf die Anleger, sich von Sparkonten abzuwenden und nach halbwegs lukrativen Investments umzuschauen.

Rüdiger hatte vor drei Jahren das Ruder bei der Deka übernommen und den Fondsdienstleister umgekrempelt. Der Umbau sei noch längst nicht beendet, erklärte er. Neben dem Vertrieb an die Privatkunden müsse nun auch das Geschäft mit institutionellen Anlegern wie Versicherern und Pensionsfonds „stärker positioniert“ werden.

Dazu will er auch die Produktpalette erweitern – um alternative Anlagen wie Hedgefonds, allerdings mit einfachen Strukturen. Solche Produkte werfen in der Regel überdurchschnittlich viel Rendite ab. Zur „Heuschrecke“ werde die Deka aber nicht mutieren, betonte Rüdiger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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