Börsengang
Allianz fasst Zweitlisting in China ins Auge

Die größte deutsche Versicherung überlegt öffentlich, an einer Börse in China Aktien auszugeben. Sie würde so Zugang zu chinesischen Investoren bekommen. Der Plan ist Thema auf der Hauptversammlung.
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Frankfurt/MünchenDie Allianz liebäugelt wieder mit einer Börsennotierung im Ausland. Nachdem die Präsenz an der Wall Street viele Jahre lang nicht die erhofften Vorteile brachte und wieder rückgängig gemacht wurde, fasst Europas größter Versicherer nun ein Zweitlisting in China ins Auge. Das geht aus der Einladung zur Allianz-Hauptversammlung am 9. Mai in München hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Im Rahmen eines China-Börsengangs will der bereits in Frankfurt gelistete Dax-Konzern neue Aktien ausgeben können. Es handele sich aber nicht um zusätzliche Kapitalmaßnahmen, betonte ein Sprecher. „Der Preis, zu dem die neuen Aktien ausgegeben werden, darf den Börsenpreis nicht wesentlich unterschreiten“, hieß es weiter. In Frankfurt werden Allianz-Aktien momentan zu knapp 90 Euro gehandelt.

Details zu den Plänen sind noch nicht bekannt. Als wahrscheinlich gilt aber, dass die Allianz eine der ersten ausländischen Firmen am neuen Handelssegment in Schanghai werden könnte. Dieses ist seit vielen Jahren geplant, aber immer weiter verschoben worden. Nun könnte es bald soweit sein. Weltweit tätige Konzerne wie HSBC, Coca Cola, Unilever oder Standard Chartered interessieren sich ebenfalls für ein Zweitlistig in der Finanzmetropole. Sie alle wollen in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt einen Zugang zu lokalen Investoren bekommen. Kapital aus China darf bislang nur in sehr engen Grenzen in ausländische Unternehmen fließen, was sich nun aber ändern dürfte. So könnte die Allianz ihre Aktionärsbasis verbreitern. Bislang werden nur acht Prozent der Anteile außerhalb von Europa und Nordamerika gehalten.

Werden die ersten Notierungen in Schanghai ein Erfolg, könnten zahlreiche Unternehmen folgen. In Finanzmarktkreisen hieß es zuletzt, auch Adidas, Volkswagen und Daimler würden ähnliche Schritte in Erwägung ziehen. Die Deutsche Post hatte gestern ebenfalls von einer möglichen Zweitnotiz im Ausland gesprochen, aber kein Land genannt. Konkrete Pläne hat bisher keine Firma publik gemacht. „Wir sehen ein erhöhtes Interesse von deutschen Gesellschaften an Zweitlistings in China“, sagte Herbert Harrer, ein auf Kapitalmarktrecht spezialisierter Anwalt der Kanzlei Linklaters, zu Reuters.

China ist also der neue Trend. Anfang des Jahrhunderts war es für deutsche Firmen noch angesagt, sich in New York listen zu lassen. Mit an der Wall Street gehandelten Aktien sollte in vielen Fällen eine Akquisitionswährung geschaffen werden. Das Interesse der Investoren blieb aber gering, die regulatorischen Anforderungen waren dafür hoch. 2009 zog sich die Allianz wieder zurück - und beschränkt sich seitdem auf Frankfurt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Interessanter Ansatz. Unabhängig davon, ob nun HK oder Shanghai gewählt wird, dürfte dies das Wohlwollen chinesicher Regulatoren bewirken und die weitere Vermarktung von Versicherungs- und Vorsorgeprodukten in einem schnell alternden Umfeld fördern. Angesichts der verringerten Governance Standards insb. im Kapitalmarkt Festland Chinas sollte man allerdings einen eventuellen Vertrauensverlust bisheriger Investoren vermeiden. Sinnvoll ist evtl. ein separates Listing der Chinasparte. Aus Sicht der Dt. Börse werden duale Listings sicher zu einem Liquiditätsverlust führen - sinnvoller aus europ. Kapitalmarktsicht wäre eine Erhöhung der Attraktivität der dt. Börse gewesen.

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