Bonus-Streit
Commerzbank verliert gegen Investmentbanker

In Deutschland hatte die Commerzbank gesiegt, in London unterlag sie im Streit um stark gekürzte Bonuszahlungen. Jetzt trifft es die Bank in Singapur. Wieder stehen Investmentbankern wohl nachträglich Millionen zu.
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SingapurDie Entscheidung im Februar 2009, die Bonuszahlungen an Investmentbanker um 90 Prozent zu kürzen, verfolgt die Commerzbank weiterhin. Der Chef der von der Commerzbank übernommenen Dresdner Bank, Stefan Jentzsch, hatte im Sommer 2008 eine Zusage gegeben, dass die Boni ausgeschüttet werden würden – Commerzbank-Chef Martin Blessing entschied später anders.

Ein Gericht hat jetzt in Singapur entschieden, dass die Commerzbank zu der ursprünglichen Zusage stehen müsse. Das Verfahren hatten zehn Mitarbeiter angestrengt, für sie es geht um umgerechnet 5,5 Millionen Euro entgangene Bezahlung.

„Ich befinde, dass Dr. Jentzsch explizit berechtigt war, die Ankündigung am 18. August zu machen, die als rechtlich bindend für die Dresdner Bank gelten sollte“, lautet die Begründung des Justizkommissars Lionel Yee. Justizkommissare haben in Singapur die Befugnisse eines Richters.

Die Commerzbank hatte bereits in einem Streit zum gleichen Thema vor einem Londoner Gericht verloren. Sie musste etwa 50 Millionen Euro an insgesamt 104 Investmentbanker in Großbritannien zahlen. In Deutschland hingegen hatte die Commerzbank entsprechende Verfahren für sich entschieden. Jentzsch hatte die Bonus-Zusagen später verteidigt.

Die Commerzbank teilte mit, keine Berufung gegen das Urteil in Singapur einlegen zu wollen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

Kommentare zu " Bonus-Streit: Commerzbank verliert gegen Investmentbanker"

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  • Was ist die Lehre aus der Geschichte?

    Vor deutschen Gerichten gilt das Wort eines Vorstands nicht!

    Man sollte Wissen, dass im Handel einer Bank Millionen von Euros auf das Wort eines Händlers hin zuverlässig transferiert werden. Von dieser Unantastbarkeit des Händlerworts "lebt" die ganze Funktionsweise des Marktes.

    Natürlich kann es auch dort zu Hörfehlern und damit zu Streitereinen kommen. Deshalb ist es Standard in den Handelsabteilungen alle Telefonate, schlicht die gesamte Kommunikation (schriftlich und mündlich) maschinell aufzuzeichnen. Im Streitfall werden diese Aufzeichnungen unter Mitwirkung des Betriebsrates herangezogen und die Wahrheit festgestellt. Es ist mir nicht bekannt, dass es zu irgend einem Zeitpunkt eine offene Streiterei gab, die vor Gericht ausgefochten werden musste. Das Wort des Händlers gilt! Deshalb sind die Entscheidungen in London und in Asien folgerichtig.

    Wenn deutsche Gerichte anders entschieden haben, dann muss man nach den Gründen fragen und suchen. Das sind wir unserem Rechtssystem, unserer Rechtssicherheit schuldig.

    Wie im Fall Mollath sollten Straftaten auch von Richtern, hier die Rechtsbeugung, besser und unabhängiger verfolgt werden. Offensichtlich besteht ein Fehler im System. Staatsanwaltschaften sind aufgrund der "Nähe" zum Berufsrichtertum in Deutschland zu eng verbunden, als dass sie gegen ihre eigenen Kollegen ermitteln könnten.

    Ich bin davon überzeugt, dass es bei einigen wenigen Fällen bliebe, wenn auch Richter wegen ihrem Fehlverhalten im Beruf in den Knast wandern würden. Eigentlich ist es unvorstellbar, dass die Jusitz mit unterschiedlichen Messlatten arbeitet.

    Wäre es nicht ausgerechnet diese Branche, die die härtesten Regeln gegen sich selbst wenden müsste, um für sich das Recht in Anspruch zu nehmen über andere zu urteilen?

  • Leader
    Vielleicht wird jedem einmal bewußt, was die Coba an faulen Krediten in Höhe von 138 Milliarden Euro noch im Portfolio versteckt hält. Das bei einer Bilanzsumme von ca. 600 Milliarden Euro. Das spiegelt in keinster Weise den aktuellen Kurs der Coba-Aktie wider. Was für Zocker, wie den begleitenden Banken, die den Kurs nach oben schauffeln, um dann schnell (Sekundenhandel) auszusteigen und die Verlierer sind dann wieder die Kleinaktionäre. Siehe Deutsche Telekom, die vor dem Landgericht Frankfurt am Main, in ihre Schranken verwiesen worden sind. Sie sind als Spekulanten abqualifiziert worden. Auch bei der Hypo Real Estat in München vor dem dortigen Landgericht. So sieht es erst einmal in Deutschland aus. Während US-Aktionäre mit de Deutschen Bank einen Vergleich schliessen konnten, wäre dies in Deutschalnd nicht möglich. Nicht einmal bei der Coba, denn diese hat auch eine Kapitalherabsetzung vorgenommen und die Aktionäre dabei ausgeplündert. Was jetzt schon wieder passiert !!!

  • BÖRSENSPLITTER...COMMERZBANK
    ............................
    52.wo.hoch-tief.€.12.93 - €.5,56
    ..
    ...aktuell € 12,78..plus 3%...
    ...wochenplus..6,5
    ..
    wirklich eine "scheißaktie"..
    meckert nur weiter..ich verdiene lieber..!!

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