Britische Großbank
Lloyds macht beim Umbau Fortschritte

Der Umbau der britischen Großbank zeigt erste Erfolge. Seinen Gewinn konnte Lloyds im letzten Quartal verdreifachen. Für die Aktien ging es nach der Nachricht stark aufwärts. Das dürfte auch der Regierung gefallen.
  • 0

LondonDie britische Regierung kann sich womöglich bald aus der Großbank Lloyds zurückziehen. Das Geldhaus wies am Dienstag für das erste Quartal einen Gewinn von 1,48 Milliarden Pfund aus, umgerechnet sind das 1,75 Milliarden Euro - dreimal so viel wie vor einem Jahr. Die Aktien stiegen daraufhin zeitweise um knapp sieben Prozent auf ein 57,2 Pence. Das ist in etwa der höchste Stand seit zwei Jahren.

Bei einem Kursniveau von 61 Pence pro Aktie könnte die Regierung von Premierminister David Cameron ohne Verluste aussteigen. Großbritannien musste das Geldhaus auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise 2008 mit 20,5 Milliarden Pfund vor dem Aus retten.

Insider aus Politik und Finanzbranche hatten Reuters zuletzt gesagt, die Regierung wolle sich noch vor der nächsten Wahl 2015 von ihren Anteilen trennen. Denn der Verkauf der Lloyds-Aktien wird als realistischer eingestuft als ein Ausstieg aus dem 81-Prozent-Paket bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Bei Lloyds gehören der Regierung 39 Prozent der Anteile.

Bankchef Antonio Horta-Osorio sprach von substanziellen Fortschritten im abgelaufenen Quartal. Lloyds profitierte vor allem von Kostensenkungen, aber auch besseren Margen und weniger geplatzten Krediten. Die Aufwendungen sanken von Januar bis März gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozent.

Das Management rechnet damit, die Kosten im Jahr 2014 auf etwa 9,15 Milliarden Pfund drücken zu können. Das würde im Vergleich mit 2010 einer Reduzierung von zwei Milliarden Pfund entsprechen - doppelt soviel wie im eigentlichen Restrukturierungsplan vorgesehen.

Lloyds hatte zuletzt aber auch Rückschläge hinnehmen müssen. So platzte der Verkauf von mehr als 600 Filialen an Co-operative. Das genossenschaftliche Institut begründete seinen Rückzug mit harten Auflagen der Aufsichtsbehörden sowie dem schwachen Ausblick für die britische Wirtschaft. Nun will Lloyds nach eigenen Angaben das Filialnetz an die Börse bringen. Früheren Informationen von Insidern zufolge dürfte dies aber nicht vor Mitte 2014 anstehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Britische Großbank: Lloyds macht beim Umbau Fortschritte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%