Bundesbank
Banken droht neue Konkurrenz durch Digitalisierung

Unternehmen wie Paypal, Apple oder Facebook setzen die Bankenbranche mit eigenen Bezahlformen zunehmend unter Druck. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret warnt nun davor, den neuen digitalen Umbruch zu verschlafen.
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FrankfurtDie Bundesbank warnt die Bankenbranche davor, die neue Welle der Digitalisierung zu verschlafen. Veränderungen in Ruhe abzuwarten, könne eine Tugend sein, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Mittwoch auf einer Veranstaltung in Frankfurt laut Redetext. „In einer Umbruchphase wird das allerdings vermutlich in eine Sackgasse führen. Stillstand ist Rückschritt“, sagte Dombret.

Firmen wie PayPal oder Apple hätten beispielsweise neue Formen des Bezahlens eingeführt. „Bereits heute beginnen im Internet etablierte Unternehmen, ihren riesigen Kundenstamm und ihre Erfahrung mit digitalen Prozessen und Datenmanagement mit Bankleistungen zu verknüpfen“, sagte Dombret. Branchengrenzen würden verschwimmen.

Nach Einschätzung von Dombret kann die Digitalisierung den Instituten auch Vorteile eröffnen. So seien in Deutschand die Filialnetze der Geldhäuser immer noch recht groß und teuer. „Die Digitalisierung kann dabei helfen, auch mit einem grobmaschigeren Filialnetz noch eine große Zahl an Kunden zu erreichen“, so Dombret. Informationstechnologie könne zudem zu neuen Geschäftsfeldern führen und mittelfristig auch die Gewinne beflügeln.

Dombret sprach auch Gefahren an: Gezielte Hackerangriffe könnten inzwischen von überall gestartet werden. „Oft braucht es kaum mehr als einen Laptop mit Internetzugang.“ Die IT-Sicherheit ist in diesem Jahr eines der großen Themen für die europäische Bankenaufsicht. Dombret ist im Bundesbank-Vorstand unter anderem für die Banken- und Finanzaufsicht zuständig

Wie dringend das Thema ist, wurde der Branche 2014 vor Augen geführt, als es einen großangelegten Hacker-Angriff auf JP Morgan gab. Damals schleusten Hacker eigene Software in die IT-Systeme der US-Bank ein. Sie gewannen Zugriff auf Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mailadressen. Erbeutet wurden Daten von über 80 Millionen Kunden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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