Bundesbank-Präsident
Weidmann für Debatte um geldpolitischen Ausblick

Die Wirtschaft der Euro-Zone wächst, die Gefahren für den Währungsraum nehmen ab. Nun sei es Zeit, um über eine Veränderung des geldpolitischen Ausblicks zu sprechen, sagt Bundesbank-Präsident Jens Weidmann.
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FrankfurtFür Bundesbank-Präsident Jens Weidmann ist die Zeit reif, um über eine Veränderung des geldpolitischen Ausblicks der Europäischen Zentralbank (EZB) zu sprechen. Weidmann verwies am Mittwoch in einer Veranstaltung in Konstanz auf die aktuellen wirtschaftlichen Perspektiven der Euro-Zone und die gesunkenen Gefahren für den Währungsraum. Der EZB-Rat solle nun mit einer Diskussion beginnen, „ob und wann es Zeit sein wird, den geldpolitischen Ausblick anzupassen“, sagte er laut Redetext. Der EZB-Rat kommt am 8. Juni in der estnischen Hauptstadt Tallinn zu seiner nächsten Zinssitzung zusammen.

Die Wirtschaft der Euro-Zone war im ersten Quartal vergleichsweise kräftig gewachsen. Daher waren aus Deutschland zuletzt verstärkt Rufe nach einem Ende der ultralockeren Geldpolitik gekommen. Früheren Insiderinformationen zufolge wird es beim kommenden EZB-Treffen voraussichtlich eine Debatte darüber geben, ob die Notenbank in ihrem Ausblick Hinweise auf eine nötigenfalls noch stärker expansive Geldpolitik streicht. Manche Experten halten es für möglich, dass die EZB auf eine Bemerkung verzichtet, wonach ein noch niedrigeres Zinsniveau für die Zukunft nicht ausgeschlossen wird. Auch könnte sie den Hinweis kippen, ihre Anleihenkäufe notfalls noch auszuweiten.

Weidmann zufolge ist es dank der verstärkten Konjunkturerholung im Währungsraum inzwischen wahrscheinlicher geworden, dass der Anstieg der Inflation seit August 2016 kein Strohfeuer ist. Nach seiner Einschätzung würden die Inflationsraten selbst dann höher liegen als in den Vorjahren, wenn die Euro-Notenbank das Ausmaß ihrer Konjunkturhilfe verringert. Aktuell liegen die Leitzinsen auf dem Rekordtief von null Prozent. Zudem kauft die Euro-Notenbank noch mindestens bis Jahresende Staatsanleihen und andere Wertpapiere im Volumen von 60 Milliarden Euro je Monat.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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