Carlo Messina
Der große Sieger des Veneto-Deals

Bankchef Carlo Messina geht als Sieger aus dem Deal zwischen EU-Kommission, EZB und italienischer Regierung um die Abwicklung der beiden Veneto-Banken hervor. Doch er muss sich auch mit Vorwürfen auseinandersetzen.
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Rom„Ohne unser Angebot hätte es einen Run auf die Schalter der beiden Banken im Veneto gegeben, mit einem Dominoeffekt für die anderen Institute“, sagt Intesa-CEO Carlo Messina am Tag nach der Abwicklungslösung für die beiden Kriseninstitute Banca Populare di Vicenza und Veneto Banca. Eine Lösung, die nicht nur außerhalb Italiens kritisiert wird. Von „Hilfe“ zu sprechen, wo es doch um Staatsgelder gehe, habe ebenso einen höhnischen Beiklang wie das Wort „Rettung“ für die Aktion der Großbank aus Turin, meint ein Kommentator in Rom, der von eindrucksvollen Fehlern und Verspätungen in Rom, Frankfurt und Brüssel spricht. Diskutiert wird auch die Frage, ob die beiden Banken mit einem Marktanteil von nicht einmal zwei Prozent tatsächlich gefährdend für das System seien.

Erst nach wochenlangem Hin und Her hatte es eine Einigung über die beiden Krisenbanken gegeben – anders als in Spanien, wo die Übernahme der Banco Popluar durch Santander innerhalb eines Wochenendes funktioniert hatte. Immer wieder verlautete Wirtschafts- und Finanzminister Pier Carlo Padoan, eine Lösung stehe unmittelbar bevor. Doch es hakte im Zusammenspiel mit Brüssel und der EZB.

Als die Europäische Zentralbank am Freitag nach Börsenschluss schließlich mitteilte, dass die beiden Banken nicht überlebensfähig seien, musste die Regierung handeln. Sie beschloss am Sonntag in Übereinstimmung mit der EU-Kommission – gerade noch rechtzeitig vor Öffnung der Schalter am Montag – , die beiden Banken zwar vom Markt zu nehmen, zugleich dafür aber Staatshilfen von bis zu 17 Milliarden Euro zu genehmigen. Konkret sieht die Lösung vor, dass der Staat alle schlechten Teile der Banken übernimmt und über die Zeit abwickelt, während die gesunden Teile beider Banken, inklusive ihrer Filialen und Kunden, an die Großbank Intesa Sanpaolo gehen. Der symbolische Kaufpreis betrug einen Euro.

Intesa-CEO Carlo Messina hatte vor einer Woche der Regierung das Angebot gemacht, das am Wochenende den Zuschlag erhielt. Die größte italienische Bank mit einem im Territorium weit verbreiteten Filialnetz erhält von der Regierung 5,2 Milliarden Euro, von denen 400 Millionen Euro für die Entschädigung von Kleinanlegern dienen. Bei den übrigen rund zwölf Milliarden Euro an Staatshilfen handelt es sich um Bürgschaften.

„Das ist kein Geschenk für Intesa, im Gegenteil“, verteidigte sich Messina am Dienstag in mehreren Interviews gegen die Kritik, sein Institut komme gut weg bei der Affäre. „Wir machen das, um die Ersparnisse von zwei Millionen Familien zu schützen und 200.000 Unternehmen Zugang zu Krediten zu geben.“  Und das Angebot sei überhaupt das einzige gewesen – tatsächlich hatten Privatinvestoren und auch der private Hilfsfonds Atlante in den vergangenen Wochen abgewinkt, als sie um Beiträge zur Rettung der beiden Regionalbanken gebeten wurden.  Eine voraussorgliche Rekapitalisierung der Banken hatte die EU-Kommission abgelehnt.

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