Chef Börse Düsseldorf
"Es werden sich Lücken für uns ergeben"

Die Börse Düsseldorf hat große Pläne. Handelsblatt-Redakteur Christian Panster sprach mit Vorstandschef Dirk Elberskirch über Chancen und Konkurrenten.
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Düsseldorf

Herr Elberskirch, mit Underberg will das erste Unternehmen Anleihen über Ihren neuen Mittelstandsmarkt begeben - lassen sich genügend Investoren finden?

Wir sind guter Dinge. Underberg ist ein sehr bekanntes und traditionsreiches Unternehmen, der Zinskupon von 7,125 Prozent pro Jahr durchaus attraktiv. Ich glaube, die Anleger werden das Angebot sehr gut aufnehmen. Ab heute beginnt die Zeichnungsfrist.

Welche Unternehmen werden folgen?

Das darf ich noch nicht verraten. Es gibt aber ein reges Interesse seitens der Unternehmen.

Aus welchen Branchen?

Aus ganz verschiedenen.

Stuttgart ist mit seiner Anleiheplattform BondM bereits vorgeprescht, hat also einen Vorsprung. Das wissen auch die Unternehmen. Warum also sollte ein Mittelständler seine Anleihen über Düsseldorf platzieren - und nicht in Stuttgart?

So groß ist der Vorsprung nun auch wieder nicht. Außerdem glaube ich, dass der Markt groß und deshalb lukrativ genug ist für mehrere Anbieter.

Was sind die Unterschiede zwischen Ihrem Mittelstandsmarkt und BondM?

Im Gegensatz zur Börse Stuttgart müssen Unternehmen bei uns ein Mindestrating von BB haben. Außerdem sind bei uns schon Emissionen ab einem Volumen von zehn Millionen Euro möglich.

Die Deutsche Börse will mit Nyse Euronext fusionieren. Was bedeutet das für eine kleine Börse wie die Düsseldorfer?

Ich denke, dass uns die Fusion eher nutzen wird. Wenn der Kassamarkt der neuen Großbörse künftig in New York angesiedelt sein wird, kann ich mir nicht vorstellen, dass dann der Fokus auf den deutschen Mittelständlern liegt. Die Fusion zielt auf das große, internationale Geschäft. Den kleineren Börsenbetreibern dürfte sich in der Folge die eine oder andere Lücke bieten.

Wer glauben Sie wird das sagen haben - Frankfurt oder New York?

Das ist sehr schwer zu sagen. Die Mehrheit der Aktionäre ist angloamerikanisch, das wird das Management in seinen Entscheidungen berücksichtigen müssen. Die Angst der Frankfurter, am Ende könnte New York die Linie vorgeben, halte ich daher nicht für gänzlich unbegründet.

Christian Panster
Christian Panster
Handelsblatt Online / Ressortleiter Finanzen

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