Chef Michael Diekmann
Niedrige Zinsen setzen Allianz nicht zu

„Wir haben einen Mix gefunden, bei dem die Ergebnisse relativ stabil bleiben“: Allianz-Chef Michael Diekmann macht sich kein Sorgen um niedrige Zinsen. Er geht weiterhin von stabilen Ergebnissen aus.
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BerlinDie niedrigen Zinsen bereiten Allianz-Chef Michael Diekmann kein Kopfzerbrechen. „Wir haben einen Mix gefunden, bei dem die Ergebnisse relativ stabil bleiben, gleichgültig, ob die Zinsen rauf oder runter gehen“, sagte Diekmann der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstagsausgabe) laut Vorabbericht vom Freitag. Selbst in der Lebensversicherungssparte, die von den niedrigen Zinsen stark betroffen ist, fährt der Branchenprimus Gewinne ein, auch dank der Einführung einer neuen Produktreihe ohne die üblichen lebenslangen Zinsgarantien. „Unsere Lebensversicherungspolice 'Perspektive' verkauft sich wirklich gut und macht schon 16 Prozent am Neugeschäft der Vertreter aus“, sagte Diekmann. Um die Kunden zu locken, bietet die Allianz 0,3 Prozentpunkt mehr Rendite als für klassische Policen.

Die Überschussbeteiligung für seine rund neun Millionen Lebensversicherungs-Kunden hält Allianz stabil - zum ersten Mal seit fünf Jahren. Die Gesamtverzinsung einschließlich des Schlussüberschusses wird auch 2014 bei 4,2 Prozent liegen, die laufende Verzinsung klassischer Lebens-Policen bei 3,6 Prozent, wie Allianz Deutschland am Mittwoch mitgeteilt hatte. Das wurde von Experten als Kampfansage an die Konkurrenz gewertet, die angesichts der niedrigen Zinsen stärker unter Druck steht als Europas größter Versicherer. Die Allianz habe als Marktführer mit ihrer Größe und Marke in unsicheren Zeiten einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb, sagte Diekmann.

Dass sich die Finanzaufsicht BaFin zu Schwierigkeiten und möglichen Pleiten von Lebensversicherer geäußert hat, findet Diekmann „ungewöhnlich“. Die Deutschen dürften nicht „den Glauben an das Vorsorgesparen“ verlieren. „In einer Zeit, in der kaum einer mehr an irgendetwas glaubt, reichen schon Gerüchte aus“, sagte er.

Ende November hatte die BaFin gewarnt, die neuen Eigenkapitalregeln für die europäischen Versicherer könnten einige deutsche Lebensversicherungsunternehmen in ihrer Existenz gefährden. „Ich bin nicht sicher, ob es alle Versicherer schaffen werden“, sagte der oberste Versicherungsaufseher der Behörde, Felix Hufeld, damals auf einer Veranstaltung an der Universität Frankfurt. Einige litten unter den niedrigen Zinsen und könnten deshalb das nötige Eigenkapital unter den neuen Vorschriften Solvency II nicht aufbauen. „Es könnten fünf oder zehn sein - ich weiß es nicht“, sagte Hufeld. Die BaFin beaufsichtigt in Deutschland mehr als 90 Lebensversicherer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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