Comdirect
Onlinebanken profitieren vom Börsenaufschwung

Direktbanken wie Comdirect und DAB leiden unter den niedrigen Kapitalmarktzinsen. Trotzdem erzielte die Comdirect im vergangenen Jahr einen etwas höheren Gewinn. Experten sehen die Trendwende geschafft.
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Frankfurt

Bei den Onlinebanken geht es wieder leicht aufwärts. Die Direktbank Comdirect hat im vergangenen Jahr ein Ergebnis vor Steuern von 80,9 Millionen Euro erzielt. Das sind rund fünf Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Zwar machen der Bank nach wie vor die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten zu schaffen. Sie verdient mit der Anlage der Kundengelder derzeit nur wenig. Allerdings handeln die Kunden mit dem Börsenaufschwung wieder mehr Aktien. Das führt zu steigenden Provisionsüberschüssen. Bei der DAB Bank, die am Dienstag ihre Zahlen vorlegt, erwarten Experten eine ähnliche Entwicklung.

"Wir sind in 2010 weiter gewachsen und haben ein gutes Ergebnis abgeliefert", sagte der neue Vorstandschef der Comdirect, Thorsten Reitmeyer. Die Bank aus Quickborn bei Hamburg hat ihre Prognose von 80 Millionen Euro eingehalten. Das Ziel war allerdings im Sommer revidiert worden. Ursprünglich sollten 100 Millionen Euro erzielt werden.

Die Bank erhöht die Dividende um einen Cent auf 42 Cent je Aktie. An die Commerzbank, die zu gut 80 Prozent an der Comdirect beteiligt ist, werden somit fast 48 Millionen Euro ausgeschüttet.

Die Comdirect erwirtschaftete Erträge von knapp 291 Millionen Euro, sieben Millionen mehr als im Vorjahr. Der Zinsüberschuss sank aufgrund der ungünstigen Bedingungen an den Kapitalmärkten um acht Millionen auf 102 Millionen Euro. Der Provisionsüberschuss stieg hingegen im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahr um 14 Millionen auf 173 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal und im letzten Quartal fuhr die Bank die meisten Provisionen ein, weil mit der Griechenlandkrise und mit dem Börsenaufschwung die Kunden mehr handelten. Der Provisionsüberschuss hat aber noch nicht wieder das Niveau von 2008 erreicht, als der Wert bei über 177 Millionen Euro lag. Damals war der Aktienhandel mit Ausbruch der Finanzkrise aber auch besonders hoch.

Der Verwaltungsaufwand stieg um elf Millionen Euro auf 210 Millionen Euro. Finanzvorstand Christian Diekmann begründete dies vor allem mit deutlich höheren Ausgaben für das Marketing.

Die Zahl der Privatkunden stieg auf knapp 1,6 Millionen, die der Geschäftskunden auf rund 740.000. Enttäuschend lief die vor rund einem Jahr eingeführte Honorarberatung an. Erst 1400 Kunden nutzen diesen Service. Reitmeyer gab sich aber betont optimistisch: "Ich bin mir sicher, dass wir hier noch große Erfolge feiern werden."

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