Commerzbank
Aktionäre verlieren die Geduld mit Blessing

Die Commerzbank-Aktionäre sind erbost: Während Bank-Chef Blessing eine Gehaltserhöhung bekommt, warten sie seit 2008 auf eine Dividende. Auch dieses Jahr wird es keine geben – nicht das einzige gebrochene Versprechen.
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FrankfurtDie Hauptversammlung der Commerzbank ist für viele Aktionäre der Anlass, sich den aufgestauten Frust von der Seele zu reden. Schlechter Aktienkurs und jetzt noch das Gehaltsplus für den Coba-Vorstand: In der Frankfurter Jahrhunderthalle ist die Stimmung hitzig – die hohen Temperaturen in der Veranstaltungshalle tun ihr Übriges.

Klaus und Gudrun Hemsath sind Kleinaktionäre. Das Ehepaar hat die Anteilsscheine vor Jahren von einem verstorbenen Verwandten geerbt. „Ich kann es nicht beurteilen, ob Commerzbank-Chef Blessing ein Kapitalvernichter ist“, sagt Klaus Hemsath. „Bei unserem Aktienpaket können wir eh nur essen und trinken, Einfluss haben wir nicht.“

@hb_vorort bei Twitter

Eine Meinung zu den Vorgängen bei Deutschlands zweitgrößter Bank hat er dann aber doch. Die Kapitalerhöhungen der vergangenen Jahre seien nachzuvollziehen, sagt Hemsath mit einem kräftigen Schuss Ironie. „Was soll Herr Blessing denn anderes machen, wenn er sein Gehalt erhöhen will und unabhängig vom Staat sein will?“ Immerhin hat er durch die Kapitalerhöhungen jetzt 200 Aktien im Depot – „geerbt hatten wir viel weniger“.

Im Gegensatz zu Martin Blessing, der mit der Gehaltserhöhung bekommen hat, was er wollte, wird die Geduld der Aktionäre weiter strapaziert. Die Commerzbank stimmt ihre Aktionäre auf ein weiteres maues Jahr ein. „Die Rahmenbedingungen für unser Geschäft bleiben bis auf Weiteres herausfordernd“, sagt der Vorstandschef am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt laut Redetext. Die Euro-Schuldenkrise sei noch längst nicht überwunden, die Zinsen blieben niedrig und das Wirtschaftswachstum eher verhalten. Eine konkrete Gewinnprognose für 2012 traut sich Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus deshalb weiter nicht zu. Aber das schon früher gegebene Versprechen, ab 2012 einen operativen Gewinn von vier Milliarden Euro zu erzielen, wird Blessing nicht halten können.

Kommentare zu " Commerzbank: Aktionäre verlieren die Geduld mit Blessing"

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  • Alleine die "Anlock-Prämie EURO 50.-" spricht Bände, wie es bei der Commerzbank AG (CoBa) aussehen muss und offenbart schnell, dass der CoBanachhaltig die Kunden weglaufen, weil Hrr Martin Blessing mit seiner verfehlten Agitation die Kunden nachhaltig verunsichert hat (auch die kuriosen Anlageempfehlungen für Rentner & Naiv-Gutgläubige tun ihren Rest dazu.

    Die Auslands-Investment-Abt. tut ihren Rest dazu.
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    Herr Martin Blessing, nehmen Sie ihren Hut bevor man ihnen den gefälligen Tritt ins Hinterteil verpasst, die Familiengeschichte "erfolgreicher" Banker endet wohl bei Ihnen.
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    Habe die Ehre!
    Dulzura

  • Die Commerzbank belastet mit ihren schlechten Resultaten und ihrem Mismanagement den Ruf der gesamten Finanzbranche. Sie richtet damit Schaden für das bereits angeschlagene Image einer ganzen Branche. Wieso ist es eigentlich möglich, bei einer derart katastrophalen Performance auch noch die Bezüge zu erhöhen? Die Aktionäre haben offenbar keine Rechte, ein derart inakzeptables Verhalten zu stoppen. Eine Gesetzesänderung ist überfällig, damit die Eigentümer eine derartiges schwache Leistung sanktionieren.

  • "Schlechter Aktienkurs"-nicht schlecht,bei 98,8 % Wertverlust in 5 Jahren ist das für mich ein totaler Crash,ein Totalverlust für alle Altaktionäre !

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