Commerzbank
Blessing kann Schäuble für seinen Masterplan begeistern

Martin Blessing musste gestern Abend zum Rapport bei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Der Commerzbank-Chef sollte seine Kapitalpläne vorstellen. Immerhin hat der Bund als Hauptaktionär Mitspracherecht.
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Frankfurt/BerlinDie Aktie der Commerzbank kennt seit Tagen nur eine Richtung. Seit sich abzeichnet, dass Bankchef Martin Blessing seine 5,3 Milliarden Euro große Kapitallücke ohne Staatshilfen - und wohl ohne Kapitalerhöhung - stopfen will, hat sich die Aktie um etwa 14 Cent auf mittlerweile 1,44 Euro verteuert. Gestern stellte Blessing seine Pläne Finanzminister Wolfgang Schäuble persönlich vor.

Schäuble habe die Pläne mit Wohlwollen begrüßt, hieß es in Berlin. Er legt besonders großen Wert darauf, dass die Bank auf keinen Fall noch einmal den Staat um Geld bittet. "Der Fall muss unter allen Umständen vermieden werden", hieß es in Regierungskreisen. Tatsächlich hat Blessing Schäuble einen Plan vorgestellt, in denen Staatshilfen kein Thema sind. Selbst die Notfallpläne, die die Bank erarbeitet hat, falls ihr Plan A zu optimistisch sein sollte, enthielten keine Staatshilfen, hieß es.

Stattdessen soll der Abbau von risikotragenden Aktiva 2,7 Milliarden Euro Kapital freisetzen. Das geht nur über den Verkauf von Vermögenswerten oder eine Reduzierung des Kreditgeschäfts. Die Kernmärkte Deutschland und Polen sind davon ausgenommen - aus Sicht der Regierung, die eine Kreditklemme unbedingt vermeiden will, ein wichtiger Punkt.

Zudem will die Bank bis Ende Juni rund eine Milliarde Euro verdienen. Daneben soll die Allianz ihre 750 Millionen Euro große stille Einlage in hartes Kapital umwandeln. 700 Millionen Euro nahm die Bank ein, indem sie Nachranganleihen günstig zurückkaufte. Bislang ist aber erst ein kleiner Teil der Pläne umgesetzt. Deshalb halten Analysten sie für ambitioniert.

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Skepsis bei Analysten

Kommentare zu " Commerzbank: Blessing kann Schäuble für seinen Masterplan begeistern"

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  • Wenn Herr Blessing es ernst meint mit seinem Masterplan, sollte er zuerst seine und alle Einkommen seiner Bankangestellten temporär halbieren. So wird ein Schuh daraus. Lippenbekenntnisse ohne eigene finanzielle Opfer zu bringen sind feige und unberechenbar.

  • ...eine im Prinzip wunderbare deutsche Bank gemanagt von Faschingsprinzen

  • Da dürfen sie wieder spielen, wenns schiefgeht, klar - zahlt wieder der Steuerzahler. Was hat der Burschi schon alles versprochen . . . .

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