Commerzbank-Kurswechsel
„Wir sind fassungslos, man fühlt sich verarscht“

„Das ist keine Kehrtwende“, sagt Commerzbank-Chef Blessing zur Entscheidung, die neue Sparte für Immobilien und Schiffe abzuwickeln. Doch weder die Mitarbeiter noch der Aufsichtsrat waren eingeweiht
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FrankfurtVerblüffung im Aufsichtsrat, Entsetzen in der Eurohypo: Das Geschäft mit Krediten für gewerbliche Immobilienprojekte und Schiffe hat bei der Commerzbank keine Zukunft mehr. Der Vorstand der zweitgrößten deutschen Bank revidierte am Dienstagabend überraschend seine erst drei Monate alte Entscheidung, das Geschäft zu einem eigenen Standbein der Bank zu machen.

Stattdessen sollen keine neuen Großkredite an Bauträger, Wohnungsgesellschaften oder Schiffseigner vergeben werden, die bestehenden Darlehen werden über die Zeit abgebaut. Verlängert werden sie nur im Einzelfall. An der Börse punktete Vorstandschef Martin Blessing damit nicht: Die Commerzbank-Aktie trat am Mittwoch wie der gesamte Markt auf der Stelle.

In wenigen Tagen sollte die neue Sparte "Real Estate and Ship Finance" eigentlich loslegen. Die Mitarbeiter hatten schon wieder die ersten Kunden angesprochen, nachdem die Eurohypo das Neugeschäft für gut ein halbes Jahr hatte einstellen müssen, da die Commerzbank den Stresstest der EU-Bankenaufsicht EBA zu bestehen hatte.

Quasi in letzter Minute befahl der Vorstand nun: "Kommando zurück": "Jetzt werden wir komplett abgewickelt", sagte ein Mitarbeiter der Eurohypo, der wie seine rund 1100 verbliebenen Kollegen um seinen Job bangt. "Wir sind fassungslos, man fühlt sich verarscht." Ein Teil der Belegschaft sollte eigentlich von Juli an in der neuen Sparte Immobilienkredite in Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien verkaufen. Zwei Drittel sollten bis 2015 ohnehin gehen, doch für die reine Abwicklung des Bestands braucht die Bank voraussichtlich noch weniger.

Vorstandschef Blessing will die Entscheidung dennoch nicht als Kurswechsel verstanden wissen: "Das ist keine Kehrtwende, sondern eine Beschleunigung unseres bisherigen Kurses", sagte er in einem im Intranet veröffentlichten Interview. Immobilien- und Schiffsfinanzierung seien wegen des stetigen Auf und Abs bei den Gewinnen "für uns nicht mehr attraktiv. (...) Ein rasches Ende der Eurokrise ist nicht absehbar. Daher müssen wir die Risiken weiter reduzieren und uns auf das Geschäft konzentrieren, das nachhaltig profitabel ist."

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„Wir sind fassungslos, man fühlt sich verarscht“

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Aufsichtsrat nicht eingeweiht

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Reeder schlagen Alarm

Kommentare zu " Commerzbank-Kurswechsel: „Wir sind fassungslos, man fühlt sich verarscht“"

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  • Herr Blessing hat die Advance Bank und die Dresdner Bank in die Pleite geführt.
    Wer glaubt, dass er mit der Commerzbank besser dran ist täuscht, da die Gelder in die ausgelagerte Bad Bank bereits der Genickbruch bedeuten. Aufgrund der Verstaatlichung zu lasten der Bürger, die diese Summen nicht mehr stemmen können. Barclays hat mit 800 Trillionen gespielt. Dan kann ich als ordentliche Kauffrau nur sagen, die haben Ihr Gehirn abgestellt oder nehmen sie Drogen???

    Lesen Sie Der Ökonomiker und werden Sie schlau !

    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-301-nachrichten-ticker-1007.html

  • Schlechten Stil beweist Herr Blessing seit er im Amt ist. Ein schlechtes Händchen oben drauf.

  • Und Öffentlichkeitsarbeit ist auch nicht Blessing's Stärke. Eine absolute Pfeife, die rumrudert wie ein Weltmeister und scheinbar keine Ahnung davon hat, was er tut bzw. tun soll. Erst läd die Coba ihre Altlasten in der Eurohypo ab - nicht das die EH keine Fehler gemacht hätte - und erzählt immer wie schlecht die Eurohypo ist. Ich sage nur EssenHyp und die Entscheidungen ab 2005 wurden von der Coba mitgetragen. Ganz toll...fein gemacht Martin. Naja und Bernd auch.

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