Deckelung aufgeweicht
EU-Finanzaufsicht lässt bei Banker-Boni locker

Banker-Boni bis zu 250 Prozent des Fixums will die EU-Bankenaufsicht EBA nun ermöglichen. Die britische Regierung ebenso wie verschiedene Banken hatten die EU-Pläne kritisiert – die Aufsicht gibt offenbar dem Druck nach.
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LondonDie EU-Bankenaufsicht EBA will die Beschränkungen für Banker-Boni etwas aufweichen. Die Londoner Behörde reagiert damit offenbar auf den massiven Gegenwind von Investmentbanken und der britischen Regierung gegen EU-Pläne, die Boni auf das Doppelte des Grundgehaltes zu begrenzen. In einem Diskussionspapier zeigt die EBA nun einen Weg auf, wie die Obergrenze angehoben werden könnte.

Ein komplexes Berechnungsmodell führt letztlich dazu, dass die Banker zusätzlich noch einmal Boni im Umfang von 50 Prozent des Fixgehaltes bekommen können, wenn diese frühestens nach fünf Jahren ausgezahlt werden. „Das sieht nach Flickwerk aus", sagte Andrew Stanger, der sich bei der Anwaltskanzlei Mayer Brown mit Arbeitsrecht beschäftigt.

Die EU hat die Boni im Zuge der verschärften Eigenkapital-Vorschriften für Banken deutlich begrenzt. Nur mit Zustimmung der Aktionäre dürfen Banker künftig ihr Grundgehalt mit Boni verdreifachen, sonst dürfen die Boni maximal so hoch sein wie das jährliche Fixum. Es geht um Angestellte, die insgesamt eine halbe Million Euro im Jahr und mehr verdienen.

Damit soll verhindert werden, dass Banker bei ihren Geschäften zu viel riskieren, um noch mehr Geld zu verdienen. Erfolgreiche Manager können heute ihr Grundgehalt in der Finanzbranche mit Boni leicht verfünf- oder versechsfachen.

Die Banken argumentieren dagegen, die Beschränkungen machten sie unflexibel. Denn um zu verhindern, dass die Banker außerhalb von Europa anheuerten, wo es keine Obergrenzen gibt, müssten die Fixgehälter steigen. Doch damit könnten die Häuser das Auf und Ab an den Märkten nicht mehr durch geringere Löhne auffangen. Tausende Banker haben nach der Finanzkrise den Job verloren, weil das Geschäft längst nicht mehr so brummt wie vorher.

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Tausende Risikoträger

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  • Und die SPD spielt da mit !!!! Das die CDU sich dazu nicht verhält war klar, das die Sch...- FDP auch wegen ihrer Bankster-Boni-Lobbyarbeit ihre wohlverdiente Quittung hoffentlich auf Nimmerwiedersehen bekommen hat war nur richtigst, aber das die deutschen Sozialdemokraten dagegen nicht opponieren beweist doch auf den Punkt, dass wir es nicht mehr mit einer Arbeiter- und Bürgerpartei zu tun haben, sondern mit einem Haufen opportunistischer Nihilisten die den kriminellen Bankstern in den Arsch kriechen.

  • Sorry,es ist und bleibt zum K... .Diese Marionetten von
    Politikdarsteller betreiben systematische Lobbyarbeit nach all diesem Bankerskandalen und Zockereien!!!Das alles hat mit Moral,Gerechtigkeit nichts mehr zu tun,sondern ist auch eine Art vomn asozialen Verhalten!!!

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