Deutsche Bank
Chef fürs Russland-Geschäft geht

Das Russland-Geschäft der Deutschen Bank stockt. Das Finanzinstitut sieht sich mit Geldwäsche-Vorwürfen konfrontiert und leidet unter Sanktionen. Nun verlässt Chef Pawel Tepluchin seinen Posten.

Moskau/FrankfurtDie Deutsche Bank tauscht ihren Russland-Chef Pawel Tepluchin aus. Seine Aufgabe soll ab August Annett Viehweg zusätzlich zu ihrer Position als Geschäftsführerin der Bank in Russland übernehmen, wie Deutschlands größtes Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Das Institut sieht sich in Russland mit Geldwäsche-Vorwürfen konfrontiert und leidet zudem unter der mauen Wirtschaftsentwicklung und den westlichen Sanktionen gegen das Land. Ihr einst mit großen Hoffnungen gestartetes Investmentbanking in dem Land haben die Frankfurter deshalb Ende vergangenen Jahres eingestellt.

Bei der Privatisierung russischer Staatskonzerne mischt die Bank, die früher im Kapitalmarktgeschäft für große Unternehmen sehr aktiv war, aktuell nicht mit, wie mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Deutsche Bank wolle auf diese Weise auch verhindern, Gefahr zu laufen, gegen westliche Sanktionen zu verstoßen. Deshalb werde sie sich beispielsweise nicht um ein Beratungsmandat beim geplanten Börsengang des russischen Schiffskonzerns Sovcomflot bewerben.

Eine Deutsche-Bank-Sprecherin erklärte, die Ablösung von Tepluchin habe nichts mit den Ermittlungen gegen das Geldhaus wegen Geldwäsche zu tun. Das Institut hat Ermittlern zufolge Kunden geholfen, Rubel-Schwarzgeld in Höhe von rund zehn Milliarden Dollar zu waschen. Da sich inzwischen auch die US-Behörden in den Fall eingeschaltet haben, droht der Bank nach Einschätzung von Experten eine hohe Strafe. Der 52-jährige Banken-Veteran Tepluchin will dem Geldhaus als Aufsichtsrat in Russland weiter verbunden bleiben. "Das war eine gemeinsame Entscheidung von mir und der Bank", sagte er Reuters.

„Im Laufe der vergangenen vier Jahre hat Pawel Tepluchin beträchtlich zur Entwicklung des Geschäfts der Deutschen Bank in Russland beigetragen und es durch herausfordernde Zeiten navigiert”, erklärte Deutsche-Bank-Manger Ashok Aram. Tepluchins Nachfolgerin Viehweg soll nun die neue Strategie der Bank in dem Riesenreich umsetzen. Das Geldhaus ist in Russland noch im Zahlungsverkehr, der Exportfinanzierung und der Vermögensverwaltung aktiv. Viehweg ist seit 1992 beim Frankfurter Institut. In ihrer Karriere hat sie mehr als 15 Jahre in Russland gearbeitet und dabei vor allem russische und internationale Unternehmen beraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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