Deutsche Bank
Chefjurist legt Amt zum Jahresende nieder

Der Chefjustiziar der Deutschen Bank, Richard Walker, legt nach 14 Jahren sein Amt nieder. Er war in der Vergangenheit mehrfach mit der Finanzaufsicht Bafin in Konflikt geraten. Seine Nachfolger stehen bereits fest.
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FrankfurtDie Deutsche Bank tauscht den Leiter ihrer Rechtsabteilung aus. Richard Walker werde sein Amt als General Counsel zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch aufgeben, teilte die Bank am Freitag mit und bestätigte damit einen Bericht von „Spiegel Online“. Walker hatte die Position seit 14 Jahren bekleidet. Er wird noch in diesem Jahr 65 Jahre alt. Walker gilt als Vertrauter des zurückgetretenen Co-Vorstandschefs Anshu Jain und war vor kurzem in einem Bericht der Finanzaufsicht Bafin zur Aufarbeitung der Affäre um manipulierte Zinsen scharf kritisiert worden. Walker werde aber weiter beratend für die Deutsche Bank tätig bleiben, betonte die Bank. Er bleibe Mitglied des General Executive Committee (GEC), der zweiten Führungsebene unterhalb des Vorstands.

Walkers Aufgaben als Chefjustiziar sollen sich vom kommenden Jahr ab der Deutsche Christoph von Dryander und der Brite Simon Dodds teilen. Sie waren seit 2013 Walkers Stellvertreter. In ihrer neuen Funktion sind sie direkt dem neuen Co-Vorstandschef John Cryan unterstellt. Er hatte kürzlich das Rechtsressort im Vorstand mit übernommen. Cryan selbst ist auch für die „Incident Management Group“ zuständig, die konzerninterne „Feuerwehr", die dann ausrückt, wenn wieder irgendwo eine Affäre auflodert.

Als aussichtsreiche Kandidatin für die Position als Rechtsvorstand gilt aber Nadine Faruque, die seit Dezember dem GEC angehört. Die Schweizerin ist in dem Führungsgremium für die Einhaltung der Grundsätze guter Unternehmensführung (Compliance) zuständig.

Die Bafin hatte Walker vorgeworfen, in der Libor-Affäre zu zögerlich gehandelt zu haben. Er habe dem Thema „zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet“ und wichtige Informationen – etwa über Nachfragen der US-Aufsichtsbehörden – unvollständig oder zu spät an den Vorstand weitergeleitet. Walker hatte die Vorwürfe laut einem Sprecher schriftlich zurückgewiesen.

Die Deutsche Bank ist in zahlreiche Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Zu Milliardenstrafen an die Behörden, etwa im Zuge des Skandals um die Manipulation des Libor-Zinssatzes kommen für den Konzern weitere Belastungen, die sich quasi zu dauerhaften Kosten entwickelt haben: So zahlt die Bank laut einem Insider pro Jahr 150 Millionen Euro für ihre interne Rechtsabteilung und 350 Millionen Euro für externe Anwälte. Die Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten liegen noch immer bei 3,8 Milliarden Euro, Tendenz steigend.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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