Deutsche Bank
Das Ende des Samstag-Tabus

Die Deutsche Bank will Kunden auch am Samstag beraten. Das geht künftig von acht regionalen Beratungscentern aus. Nach zähen Verhandlungen hat sich die Bank mit den Gewerkschaften auf Regeln dafür geeinigt.
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FrankfurtOffene Bankfilialen am Samstag? In Deutschland ist das noch immer eine Ausnahme, die der Tarifvertrag eigentlich nicht vorsieht. Die Deutsche Bank hat nun einen Weg gefunden, wie sie auch samstags Kunden in Finanzfragen beraten kann: In acht regionalen Beratungscentern, die in diesem Jahr eröffnet wurden, sind auch samstags Kundenberater im Einsatz. Mit ihnen können die Kunden per Telefon, Video oder Chat reden. Erreichbar sind die Berater samstags zwischen neun und 15 Uhr. Das sieht ein neuer Haustarif zwischen der Bank mit den Gewerkschaften Verdi und DBV vor, ist in Finanzkreisen zu hören. Die Bank kommentiert das nicht.

Die regionalen Beratungscenter spielen eine wichtige Rolle für die Privatkunden-Strategie der Deutschen Bank. So kann die Bank, die derzeit ihr Filialnetz deutlich ausdünnt, ihren Kunden alternative Kontaktmöglichkeiten bieten. „Diese Zentren sollen nach Möglichkeit auch dann für die Kunden per Online-Chat, Video oder Telefon erreichbar sein, wenn die Filialen schon geschlossen haben. Wir wollen Beratung nicht nur in der Filiale, sondern auf allen Zugangswegen“, hatte Privatkundenvorstand Christian Sewing einmal in einem Handelsblatt-Interview gesagt.

Doch für die Gewerkschaften ist die Samstagsarbeit ein Tabu-Bruch. Entsprechend schwierig waren die Verhandlungen. Im Gegenzug haben die Gewerkschaften möglichst günstige Konditionen herausgeholt: Samstagsarbeit ist etwa nur erlaubt, wenn die Mitarbeiter dazu bereit sind. Außerdem ist sie auf höchstens zwei Einsätze pro Monat beschränkt. Für fünf solcher Wochenendeinsätze gibt es einen freien Tag extra. Außerdem zählt die Arbeit an diesem Tag 30 Prozent „mehr“ als an einem normalen Wochentag. Solange die Vereinbarungen gilt, können ältere Mitarbeiter dieser Beratungscenter außerdem auf besonders günstige Vorruhestandsregeln zurückgreifen, die eigentlich 2014 ausgelaufen sind.

Von den Samstagsregeln sind etwa 400 Mitarbeiter betroffen, die in den regionalen Beratungscentern in Wuppertal, München, Hamburg, Berlin, Leipzig, Mainz, Mannheim und Essen. Fürs Erste ist der Haustarifvertrag auf eine „Erprobungsphase“ bis Ende 2019 befristet. Nur wenn sich beide Seiten dann auf eine Verlängerung oder neue Regeln einigen, wird die Samstagsarbeit danach fortgeführt.

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