Deutsche Bank
Der Stress vor dem Stresstest

Der Jahresauftakt war für die Deutsche Bank schwierig, doch den Vorstand plagen ganz andere Probleme: Mit frischem Kapital muss er die Aufseher beruhigen – aber ohne die Aktionäre allzu sehr zu verärgern.
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Frankfurt/DüsseldorfEs ist selten, dass ein Bankchef bei einem Gewinneinbruch von 34 Prozent von einem starken Quartal spricht. Deutsche-Bank-Co-Chef Anshu Jain macht es trotzdem. „Angesichts der Umstände“ habe man ein robustes Ergebnis vorgelegt. Denn die Umstände machen dem Institut zu schaffen: weltweit schwächelt der Anleihehandel - eine Domäne der Deutschen Bank. Und auch die Vermögensverwaltung muss Einbußen hinnehmen. Die Kunden seien unsicher bezüglich der Schwellenländer. Hinzu kämen ein weiterhin niedriges Zinsniveau und eine sehr hohe Wettbewerbsintensität, erklärte die Bank.

Unter Strich bleibt im ersten Quartal ein Gewinn von 1,1 Milliarden Euro. Das ist zwar deutlich weniger als die 1,7 Milliarden Euro im Vorjahr - aber immer noch mehr als von Analysten erwartet. Im angestammten Kapitalmarktgeschäft schrumpfte das Ergebnis um gut ein Fünftel auf 1,5 Milliarden Euro. Das Quartal habe den Erfolg der Strategie bestätigt, in der Sparte auf Gewinn und nicht auf Masse zu setzen, bekräftigt Jain. Denn wichtiger als die Zahlen, ist es derzeit, das Institut neu aufzustellen und krisensicher zu machen. Zumindest so krisensicher wie die Aufseher es fordern.

Nicht umsonst wurden bereits vor der Vorlage der Quartalszahlen auch erste Details über eine andere Kapitalmaßnahme bekanntgegeben, mit der die Deutsche Bank ihre Eigenkapitalquote aufpolieren will: die milliardenschwere Platzierung von Pflichtwandelanleihen. Mit diesen sogenannten Coco-Anleihen will das Geldinstitut mindestens 1,5 Milliarden Euro einsammeln. Insgesamt könnte die Bank sogar bis zu fünf Milliarden Euro erlösen, die als hartes Eigenkapital anerkannt würden, hieß es zuletzt von Finanzvorstand Stefan Krause. Details sollen allerdings erst am 5. Mai veröffentlicht werden, rechtzeitig vor der Hauptversammlung.

Gerade beim Eigenkapital hat die Deutsche Bank noch Nachholbedarf, das wissen auch Jain und Jürgen Fitschen, der zweite Mann an der Spitze: Ende 2013 war das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme mit 2,6 Prozent niedriger als bei Konkurrenten wie den Schweizer Großbanken UBS oder Credit Suisse – und niedriger als die drei Prozent, die von den Aufsehern verlangt werden. Bei der Verkündung der Quartalszahlen schloss Deutsche-Bank-Co-Chef Jain auch eine weitere Kapitalerhöhung nicht aus. „Kapital hat absolut Vorrang“, sagte er am Dienstag in einer Analystenkonferenz. „Wir werden alle nötigen Maßnahmen ergreifen, um unsere Kapitalquoten zu sichern. Wir schließen keine Option aus.“

Die EU hatte zuletzt strengere Regeln für die Bewertung riskanter Bilanzposten beschlossen. Zudem sollen die Banken beim anstehenden Stresstest der EZB wohl besonders hart geprüft werden: Simuliert wird eine jahrelange Rezession, in der die Banken immer noch eine harte Eigenkapitalquote von 5,5 Prozent vorweisen müssen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters wollen die Aufseher unterstellen, dass das Wachstum in Europa in diesem Jahr um 2,2 Prozentpunkte schwächer ausfällt als von der EU-Kommission vorhergesagt. Für 2015 soll sogar ein Abschlag von 3,4 Prozentpunkten angesetzt werden. Das entspräche einer Schrumpfung des BIP um 0,7 Prozent in diesem und um 1,4 Prozent im kommenden Jahr, also einer veritablen Krise.

Kommentare zu " Deutsche Bank: Der Stress vor dem Stresstest"

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  • Erfahrungsgemäß tauchen Artikel über angeblich oder tatsächliche Probleme der Deutschen Bank dann auf, wenn die deutsche Regierung mal nicht sonderlich enthusiastisch die Befehle aus Übersee auszuführen scheint (so auch z.B. früher im Vorfeld der "Bankenunion"). Das mag in diesem Fall anders bzw. Zufall sein (welche Groß-Bank hat derzeit keine finanziellen Leichen im Keller), aber das Timing ist verdächtig und man sollte diesen Aspekt im Auge zu behalten. Mit einer angeblich deutschen Großbank als Geisel kann man hervorragend Druck auf die Regierung ausüben.

  • Die ehemalige rechte Hand von diesem CEO aus der "27sten Stadt" ist ja bereits erhängt aufgerfunden worden. Es gab ja in letzter Zeit so einige Selbstmorde, speziell im Devisenbereich internationaler Grossbanken. Die hatten wohl alle die Stresstesst nicht bestanden.
    Doch für die DB mit ihren 75 tausend Milliarden Euros an Derivaten, was soll da schon schiefgehn.

  • Affenzirkus !!
    Wir haben ein Fiat-Money Geldsystem welches keinerlei Wertdeckung im Hintergrund hat....
    100% Betrug - und die Menschen schlafen weiter......

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