Deutsche Bank
Dubiose Transaktionen in Russland

Dass die Deutsche Bank 1,2 Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten zurückgelegt hat, überraschte Analysten. Nun wird der Grund für die hohe Summe deutlich: Russische Mitarbeiter sollen in Geldwäsche verstrickt sein.
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DüsseldorfDie Deutsche Bank hat erstmals eingestanden, dass sie ein „bedeutendes” Volumen an russischen und britischen Aktientransaktionen untersucht. In diesem Zusammenhang seien bereits auch disziplinarische Maßnahmen gegen eine Reihe von Mitarbeitern ergriffen worden.

Die Offenlegung erfolgte bei der Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal. Die Bank wies darin Kosten für Rechtstreitigkeiten in Höhe von 1,2 Milliarden Euro aus – gut das Doppelte der von Analysten erwarteten 550 Millionen Euro.

Die Bank untersucht nach eigenen Angaben die Umstände der Aktienhandelsgeschäfte einiger russischer Kunden mit der Deutschen Bank in Moskau und in London, die sich gegenseitig aufwogen. Das Gesamtvolumen der Transaktionen sei bedeutend.

Aus informierten Kreisen war im Juni verlautet, die Bank führe eine interne Untersuchung durch, bei der es um mögliche Geldwäsche für russische Kunden gehe. Das Volumen der fraglichen Transaktionen, die sich über mehr als vier Jahre erstreckten, betrage rund sechs Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank hat nach eigenen Angaben die relevanten Aufsichts- und Ermittlungsbehörden in Deutschland, Russland, Großbritannien und den USA über die Maßnahmen informiert. Zudem sei gegen einige Mitarbeiter mit disziplinarischen Maßnahmen vorgegangen worden teilte die Bank mit – ohne jedoch Namen zu nennen.

Das Kreditinstitut betreibt in Russland eines der größten Investmentbankengeschäfte unter den Auslandsbanken und beschäftigt insgesamt rund 1000 Mitarbeiter in Moskau und St. Petersburg.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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