Deutsche Bank
Umbau im Kerngeschäft

Die Deutsche Bank verpasst ihrer Firmenkunden- und Investmentbanking-Sparte eine neue Struktur. Kapitalmarktprodukte wird es künftig aus einer Hand geben, zudem sollen zwei Sparkommissare auf die Kosten schauen.
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FrankfurtOffiziell wird Marcus Schenck, Vize-Chef der Deutschen Bank, erst ab Juli die Firmenkunden- und Investmentbanking-Sparte leiten, erste Zeichen setzt der aktuelle Finanzvorstand aber schon vorher: Die Deutsche Bank baut ihr Kapitalmarktgeschäft kräftig um. Das auf Kunden zugeschnittene Investmentbanking wird in einem neuen Bereich gebündelt. Außerdem gibt es zwei neue Spar- und Effizienz-Kommissariate.

Das geht aus einem internen Memo an die Mitarbeiter hervor, das dem Handelsblatt vorliegt und über das der Finanzdienstleister Bloomberg zuerst berichtet hatte. „Wir wollen unseren Klienten die gesamte Kapitalmarkt- und Emissionsexpertise der Deutschen Bank aus einer Hand anbieten“, erläutern Schenck und sein Investmentbanking-Co-Chef Garth Ritchie in der Mitteilung. „Die Betreuung unserer Klienten bekommt mehr Gewicht“, so die Ansage. Dazu schafft die Deutsche Bank eine neue Sparte, „Global Capital Markets“ genannt. Dort werden alle Kapitalmarktprodukte, die für Kunden der Bank relevant sind, von der Platzierung von Aktien und Anleihen über Währungsabsicherungen bis hin zur Fusionsberatung, gebündelt.

Der Bereich erhält eine Doppelspitze aus dem Schenck-Vertrauten Alexander von zur Mühlen, der bis vor kurzem die Refinanzierung der Bank leitete, für Europa und Mark Fedorcik für die USA. Auch in der Unternehmensfinanzierung gibt es Neuerungen: Sie war bislang regional organisiert und soll sich künftig stärker an einzelnen Branchen ausrichten.

Auch Schenck und Ritchie haben sich auf eine Arbeitsteilung geeinigt: Schenck, der als hervorragender „Kunden-Mann“ gilt, kümmert sich künftig in erster Linie um Kunden und damit auch um die Bereiche Unternehmensfinanzierung, das kundenbezogene Kapitalmarktgeschäft GCM und um institutionelle Kunden. Ritchie ist der Mann für Produkte und Prozesse.

Die Sparte, die künftig sechs Bereiche umfasst, leistet sich dank einiger Doppelspitzen noch viele Häuptlinge. Um die Sparte dennoch auf Effizienz zu trimmen, gibt es zwei Spar-Kommissariate. Zum einen entscheidet künftig das „Financial Resource Management“, wo das knappe Kapital in der Firmenkunden- und Investmentbanking-Sparte am sinnvollsten eingesetzt wird. Außerdem sollen zwei Manager die Komplexität reduzieren und Bürokratie abbauen, um Kosten zu sparen. Deren Erfolg werde sich auf die Ergebnisse der Sparte „und die Vergütung für das Jahr 2017 auswirken“. Das klingt ganz nach Noch-Finanzvorstand Schenck.

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