Devisenmarktskandal
US-Behörde schickt Kontrolleure zur Deutschen Bank

Im Skandal um die Manipulation von Devisenkursen gerät die Deutsche Bank immer mehr unter Druck. Nun will die US-Bankenaufsicht die Büros des Instituts untersuchen. Auch die britische Bank Barclays ist betroffen.
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New York/FrankfurtIm Skandal um Manipulationen auf dem Devisenmarkt rücken die US-Behörden der Deutschen Bank und Barclays auf die Pelle. Die von Benjamin Lawsky geführte New Yorker Bankenaufsicht DFS will nun Kontrolleure in die US-Büros der beiden Geldhäuser entsenden, wie eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Die Aufseher sollten sich sowohl ältere Transaktionen anschauen als auch die derzeitigen Geschäftspraktiken an dem billionenschweren Markt. Die Institute wollten sich zu den Informationen nicht äußern. Die Behörde war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die DFS, die zum Staat New York gehört, hatte sich in diesem Jahr den international laufenden Ermittlungen zum Devisenskandal angeschlossen. Zahlreiche Aufsichtsbehörden untersuchen, ob es auf dem vergleichsweise wenig regulierten Devisenmarkt zu unlauteren Absprachen bei Referenzkursen gekommen ist. Auch die EU-Kommission und die deutsche Finanzaufsicht Bafin schauen sich das genauer an. Weil der Markt so riesig ist, drohen nach Einschätzung von Experten weitaus höhere Strafen als im Skandal um manipulierte Interbanken-Zinssätze (Libor).

Auf dem Devisenmarkt werden täglich rund 5,3 Billionen Dollar gehandelt. Die Währungs-Referenzkurse, die einmal am Tag festgestellt werden, dienen Unternehmen und Profi-Anlegern als Basis für Devisengeschäfte. Sollten sie einen Schaden durch die Tricksereien nachweisen können, kämen womöglich noch einige Zivilklagen hinzu.

In Deutschland nisten sich die Aufseher von Bafin und Bundesbank nur im Falle einer Sonderprüfung über Wochen bei einer Bank ein. In den USA dagegen ist es durchaus üblich, dass die Behörden ihre Vertreter direkt in den Banken sitzen haben. Bei den großen Wall-Street-Häusern kann sich die Zahl dieser „embedded regulators“ durchaus auf über 100 belaufen, erst recht seit der Finanzkrise. Im Devisenskandal ist das aber eine neue Entwicklung. Das „Wall Street Journal“ berichtete unter Berufung auf Insider, Deutsche Bank und Barclays seien ausgewählt worden, weil bereits gesammelte Daten auf Probleme hindeuteten.

Die Deutsche Bank ist einer der größten Devisenhändler der Welt und hat mehrfach erklärt, zur Aufklärung der Affäre mit den verschiedenen Behörden zusammenzuarbeiten. Das Institut setzte Finanzkreisen zufolge im Zuge des Skandals bereits ein halbes Dutzend Händler vor die Tür. Die internen Untersuchungen sind noch längst nicht abgeschlossen, wie Insider berichten. Bislang gebe es aber nur Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei kleineren Währungen wie dem russischen Rubel und dem argentinischen Peso, nicht aber bei Euro, Dollar, Pfund oder Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • War es nicht gestern, als ein Gericht gegen eine US-Bank wegen dem Lobor-Skandal eine banale Strafe verhängte?
    War es nicht gestern, als ein Gericht Rußland politisch motiviert zu einer Milliardenstrafe wegen der verstaatlichung des Öl-Konzerns verurteilte? Deutsche Medien jubelten!
    Mal sehen, wie die US-Gerichte nun die DB über den Tisch ziehen!

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