Direktbank ING-Diba
„Filialen sind eine Last, nicht eine Lust“

Die Direktbank ING-Diba verkündet ein Rekordergebnis – wieder mal und trotz Zinstief. Dabei profitiert die Bank auch von der Schwäche der deutschen Konkurrenten. Für die hat sie auch noch einen kleinen Seitenhieb parat.
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FrankfurtLangeweile kann sich bezahlt machen. „Wir haben wiedermal ein Jahr mit einem Rekorderlebnis“, sagte Finanzvorstand Remco Nieland am Freitag über das Ergebnis der ING-Diba. Fast so, als müsse sich die Direktbank dafür entschuldigen, dass sie satte 1,2 Milliarden Euro vor Steuern verdient hat – und damit wieder einmal mehr als im Vorjahr. Unterm Strich blieben rund 859 Millionen Euro.

Von so einem Ergebnis können viele Bankchefs nur träumen. Die Deutsche Bank etwa hatte am Mittwoch einen Verlust von 1,4 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Während sich die Konkurrenz an den Sünden der Vergangenheit, den niedrigen Zinsen und den hohen Kosten für die Regulierung abarbeitet, brummt bei der ING-Diba das Geschäft. „Wir sind zuversichtlich, dass wir auch im nächsten Jahr ein sehr erfreuliches Ergebnis zeigen können“, sagte Vorstandschef Roland Boekhout.

Dabei profitiert das Institut, das eine Tochter der niederländischen ING-Gruppe ist, auch von der Schwäche der Konkurrenz. Viele Institute erhöhten ihre Gebühren, um die Belastung durch negative Zinsen abzufedern. „Der Druck auf die Branche führt zu Maßnahmen, die die Kunden nicht mögen“, erklärte Vorstandschef Boekhout. Das trieb seinen Leuten neue Kunden in die Arme. Die ING führt rund 1,7 Millionen Girokonten – und damit ein Viertel mehr als im Vorjahr.

Aber auch im Unternehmenskundengeschäft gewinnen die Direktbanker neue Marktanteile hinzu. Das Kreditvolumen konnte die Bank um satte 67 Prozent auf 25,9 Milliarden Euro steigern. Ganz so stark soll sich das Wachstum in diesem Jahr aber nicht fortsetzen. Fürs laufende Jahr kalkuliert Bankchef Boekhout mit einem Zuwachs von zehn Prozent.

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Sechs Prozent mehr Spargelder eingesammelt

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  • Man sollte aber fairerweise bedenken, dass solche Direktbanken davon profitieren, dass sie von dem vorhandenen Fundus an potenziellen Kunden sozusagen die "Sahne" abschöpfen können:

    Alle eher überdurchschnittlich gut informierten (und deshalb oft entsprechend gut situierten sowie technisch gut ausgerüsteten), selbstbewussten, und obendrein in Finanzdingen nicht völlig unerfahrenen Bürger, die vor allem (oft: eben deshalb) keinen Wert auf einen persönlichen Ansprechpartner legen.

    Der "Rest" ist aber in aller Regel auch auf Finanzdienstleistungen angewiesen.

  • Statt Millionen € an Tantiemen und Boni bei den sogenannten Leistungsträger aus
    zu schütten, sollten alle Manager der Deutschen Bank bei der ING-Diba um Nachhilfestunden nachsuchen, soweit diese genehmigt würden.

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