Drei-Jahres-Tender
Deutsche Banken bedienen sich bei EZB-Geld

Vor kurzem flutete die EZB den europäischen Geldmarkt. Dabei haben offenbar auch deutsche Institute dankbar zugegriffen. Die Deutsche Bank und die Commerzbank sollen sich mehrere Milliarden Euro geliehen haben.
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FrankfurtDie Deutsche Bank hat beim jüngsten Drei-Jahres-Tender der EZB Finanzkreisen zufolge ordentlich zugegriffen. Der Konzern habe zwischen fünf und zehn Milliarden Euro abgerufen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Über die Summe hatte auch die „Financial Times“ berichtet. Die Deutsche Bank wollte sich zur Sache am Freitag nicht äußern. Die Europäische Zentralbank hatte den Banken am 29. Februar abermals unbegrenzt Liquidität für eine Laufzeit von drei Jahren zur Verfügung gestellt. Insgesamt wurde wie schon vor Weihnachten rund eine halbe Billion Euro abgerufen. Vorstandschef Josef Ackermann hatte Anfang Februar erklärt, die Deutsche Bank werde Geld von der EZB dann nehmen, wenn es ökonomisch sinnvoll sei. Am ersten Drei-Jahres-Tender im Dezember hatte sich das Institut laut Ackermann nicht beteiligt.

Auch die Commerzbank hat sich Kreisen zufolge mit billigem Geld eingedeckt. Die zweitgrößte deutsche Bank habe über Auslandstöchter einen einstelligen Milliardenbetrag abgerufen, sagte eine mit der Transaktion vertraute Person zu Reuters. Die Commerzbank äußerte sich dazu nicht. Beim ersten Tender im Dezember hatte sie über die Eurohypo bereits zehn Milliarden Euro genommen.

Von den 800 Instituten, die Ende Februar zugegriffen hatten, stammten nach Angaben der EZB 460 aus Deutschland - davon waren 430 kleine Sparkassen und Genossenschaftsbanken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Das ist wieder ein typischer Bericht zu Lasten der Deutschen Bank! Am 1. Tender nahm die Bank nicht teil,
    wohl aber die Coba mit 10 Milliarden über die Eurohypo! Auch beim 2. Tender ist die Coba wieder mit an Bord, doch das wird nur in einem Nebensatz erwähnt! Die "bis zu 10 Mrd. der Deutschen Bank" aus dem 2. Tender sind die Schlagzeile. Wo bleibt da die Verhältnismässigkeit? Die Deutsche Bank muss auch abwägen, wo die Vor- und Nachteile dieser Aktion liegen. nur vom Prestigegewinn, kann auch die DB nicht leben, wenn andere die Zinsvorteile nutzen.

  • Den deutschen Banken gehts wesentlich schlechter, als es uns die Propaganda (auch das Handelsblatt) ständig einreden will.
    Was machen die Brüder mit dem Geld. Kredite an die Wirtschaft sind es nicht. Ein Geschäftsmodell ist bei den wenigtsen erkennbar. Der Ackermann hat eigentlich ständig gelogen. Mal sehen wie sich die "Indische Handelsbank in Deutschland", früher Deutsche Bank entwickelt.

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