Entlassungswelle bei Geldhäusern
Arbeitslose Banker gehören bald zum Alltag

Barclays rüttelt die Bankenbranche auf: Das britische Institut streicht 3700 Stellen – viel mehr als erwartet. Doch es passt in den Trend: Immer mehr Banker müssen sich nach neuen Jobs umschauen – auch in Deutschland.
  • 30

DüsseldorfJahrelang war der Beruf des Bankers bei den besten Absolventen angesehener Universitäten der beliebteste Jobwunsch. Das hat sich dramatisch geändert. Selten ist ein Berufszweig so schnell so stark in der Beliebtheit gefallen – und das hat bei weitem nicht nur mit dem Image zu tun.

Weltweit haben allein in den vergangenen beiden Jahren die 30 größten Banken der Welt mehr als 160.000 Mitarbeiter entlassen. Ein Ende der Stellenstreichungen ist nicht abzusehen. Am stärksten von Entlassungen betroffen ist nach wie vor Europa. Das liegt vor allem an London. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der offenen Stellen in der City um mehr als ein Drittel eingebrochen, meldet der Personalberater Astbury Marsden.

Die Experten der Denkfabrik Centre for Economics and Business Research (CEBR) warnen in einer Studie, dass durch den Strukturwandel in der Branche 2013 noch einmal 13.000 Stellen verschwinden werden. Behält das CEBR recht, dann fällt die Zahl der Arbeitsplätze in der City mit 237.000 auf den tiefsten Stand seit 20 Jahren.

Die heutigen Nachrichten sind ein Indiz, dass die schlimmsten Schätzungen womöglich noch übertroffen werden könnten: Barclays wird im laufenden Jahr mindestens 3700 Stellen abbauen. Das britische Finanzinstitut plant, 1800 Arbeitsplätze im Investmentbereich und 1900 im europäischen Privat- und Geschäftskundensegment zu streichen.

Im Zusammenhang mit dem Abbau rechnet die Bank mit Kosten in Höhe von etwa 500 Millionen Pfund im ersten Quartal. Die Kürzungen sollen dazu beitragen, die jährlichen Ausgaben um 1,7 Milliarden Pfund zu senken. Der Jobabbau an sich kam nicht überraschend – allerdings waren die Experten von rund 2000 Stellen ausgegangen, die wegfallen.

Auch die Royal Bank of Scotland (RBS) legt die Axt an: Die Investmentbank des Geldhauses soll massiv schrumpfen. Anfang des Jahres hatte die RBS den Abbau von rund 4000 Arbeitsplätzen angekündigt. Die Bank zog sich aus großen Teilen des Aktiengeschäfts und einigen anderen Bereichen zurück und verkaufte den traditionsreichen Broker Hoare Govett.

Kommentare zu " Entlassungswelle bei Geldhäusern: Arbeitslose Banker gehören bald zum Alltag"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Bankster und Börsianer haben jedes Mal die Aktienkurse von Unternehmen hochgejubelt, wenn die immer neue Rationalisierungsprogramme mit Massenentlassungen angekündigt haben. Nun sind die Bankster selbst dran, mein Bedauern hält sich in engen Grenzen.

  • Auch mein Mitleid hält sich in Grenzen!
    ---------------------------------------
    Mit dem Recht das Geld der Kunden gegen diesen zu verwenden macht sich diese Branche selber schlecht. Siehe einige Beispiele im Internet.
    Die TV-Sparkassenwerbung finde ich persönlich zum Beispiel gut, aber wie sicher sind deren Kunden, die man persönlich per Namen kennt oder sind auch dort die Produkte an den Bedürfnissen der Kunden oder nur an den Bedürfnissen der Bank und der entsprechenden Mitarbeitern angepasst?
    http://www.stern.de/panorama/sparkasse-moessingen-talheim-durch-sex-zum-kredit-600809.html
    http://www.kanzlei-richter.com/gewinnspiele/gewinnspielmafia-kreissparkasse-tuebingen-zahlt-willi-s-ueber-6000-euro-zurueck.html
    http://www.handwerk-magazin.de/index.cfm?event=cmp.cst.documents.print&cid=8&documents.id=106751
    http://www.immobilienkredit.net/tipps/effektiver-jahreszins-fur-immobilienkredite-falsch-berechnet/

    usw.
    Wer also glaubt in der Filiale seiner Bank durch einen Kundenberater besser betreut zu werden, weil er Gebühren für sein Konto oder hohe Werbungskosten mitbezahlt, der täuscht sich. Ein Geldautomat scheint sicherer und billiger zu sein als manche hier glauben.

    Beispiele als Linkadresse zum selber lesen. Nur als Demo weil gerade heute im TV wieder eine dieser tollen Werbung lief und nochwas bevor ich es vergesse, die AGB der Banken nur zum Schutz der Kunden?

    Also Mitleid für Banken oder Kunden. Sparstrumpf oder persönliche Beratung. Geschädigte und Opfer sollten jedoch nicht erst lange nach ihrem Recht suchen müssen. Alles nur meine Meinung, wie sieht die Bank ihres Vertrauens aus?
    Sind sie doch nur eine Kontonummer oder ein Mensch. Wieviel persönliche Betreuung brauchen Sie und wieviel sind sie bereit dafür zu bezahlen. Fragen über Fragen ohne geeignete Lösungen und Antworten oder Hilfe für Betroffene. Da sollte man mal ansetzen. Fehler machen alle mal aber nicht so viele wie in diesem Bereich auf Kosten anderer geschieht.

    gez. mfgbetroffenerde




  • @ AdamSchmitz

    Tja bei den Banken gab es halt eine BANKSTER-BLASE!
    Die hatten ja alle nur einen Job weil es ja so gut mit den faulen Derivaten lief!

    Aber nach Ihrer Meinung kann man die ja alle wieder einstellen und stattdessen noch 5 Billionen Euro mehr Staatsschulden drauflegen!

    Alle Trader die heute immer noch der Vision des schnellen Geldes erliegen sollten sich diese Videos hier nochmal zu Gemüte führen!

    Andre´Kostolany und der neue Markt: http://www.youtube.com/watch?v=v41szpvrXvM

    Andre´Kostolany über die Verstaatlichung von Bankschulden 1982!!!:
    http://www.youtube.com/watch?v=5kH_1xBc2QE

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%