Erwartung gesenkt
Moody's hat Zweifel am Umbau der Deutschen Bank

Die Ratingagentur Moody's senkt den Ausblick bei der Deutschen Bank auf „negativ“. Gewinne aus der Vermögensverwaltung seien unsicher. Die Bank müsse womöglich ihren Umbauplan nochmal überdenken.
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FrankfurtDie Ratingagentur Moody's hegt Zweifel, dass die Deutsche Bank mit ihrem geplanten Umbau so schnell und so gut vorankommt wie geplant. Moody's senkte die Erwartungen für die Entwicklung des „A2“-Langfristratings der Bank am Donnerstag auf „negativ“ von „stabil“.

„Unser negativer Ausblick spiegelt die eingeschränkte strategische Flexibilität der Deutschen Bank im Umgang mit einem sich verändernden Umfeld im Vergleich zu anderen Universalbanken wider, die sich mehr auf stabile Geschäftsfelder stützen können“, erklärte Moody's-Analyst Peter Nerby. Die Regulierer und die Aktionäre gleichzeitig zufrieden zu stellen, sei in den nächsten zwei Jahren herausfordernd für die Bank.

Mit „A2“ ist die Deutsche Bank immer noch besser bewertet als viele ihrer Konkurrenten. Ein Sprecher sagte, die Bank kommentiere Einschätzungen von Ratingagenturen grundsätzlich nicht.

Vor allem die geplante, vom Bilanzrisiko unabhängige Maximal-Verschuldungsquote, die Banken künftig einhalten sollen, stelle die Deutsche Bank vor Probleme, hieß es in der Studie. Damit habe sie es schwerer, die von den Aktionären erwarteten Renditen zu liefern, erklärte Nerby. Womöglich müsse sie daher ihren Umbauplan nochmals ändern, ihr Geschäft anders aufstellen oder höhere Risiken eingehen, um die Renditen zu steigern. Moody's setze auf Universalbanken, die die stark schwankenden Erträge an den Kapitalmärkten in stabileren Geschäftsfeldern wie dem Zahlungsverkehr, mit den Privatkunden oder in der Vermögensverwaltung wettmachen könnten - eine Art „Stoßdämpfer“ für die Gläubiger.

Zwar sieht sich auch die Deutsche Bank als Universalbank. Moody's zweifelt aber vor allem daran, dass sie die Asset- und Wealth-Management-Sparte auf Vordermann bekommt. „Moody's hält die Größe und Stabilität der Gewinne aus diesem Geschäft für unsicher.“

Auch der von den Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen ausgerufene Kulturwandel wäre für die Gläubiger wichtig - aber es sei ein weiter Weg dahin: „Eine Risikokultur zu verbessern, ist eine der für die Kreditwürdigkeit besten Dinge, die ein Management machen kann, aber sie einzuführen und im Auge zu behalten, gehört auch zu den schwierigsten Dingen“, schreibt Nerby.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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