Ex-Chef der Deutschen Bank
Breuer beteiligt sich an Kosten für Kirch-Vergleich

Die Deutsche Bank will sich Teile der Vergleichskosten mit den Erben des Kirch-Imperiums zurückholen. Der ehemalige Konzernchef Rolf Breuer steuert nun rund ein Drittel seines Privatvermögens bei.
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FrankfurtNach der millionenschweren Einigung mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch muss die Deutsche Bank nun versuchen, möglichst viel Geld vom früheren Vorstandssprecher Rolf E. Breuer sowie der Managerhaftpflichtversicherung des Geldauses einzutreiben. Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hat sich die Bank bereits mit Breuer über seine Beteiligung an den Vergleichskosten in Höhe von rund 900 Millionen Euro geeinigt. Danach ist der 76-jährige Bankmanager grundsätzlich bereit, bis zu drei Millionen Euro an seinen Ex-Arbeitgeber zurückzuzahlen. Dies entspreche rund einem Drittel seines geschätzten Privatvermögens, hieß es in den Kreisen am Mittwoch. „Die Bank und Breuer sind sich über den wirtschaftlichen Rahmen einig“, sagte ein Insider.

„Es geht um einen angemessenen Betrag. Mehr als ein Drittel des Vermögens wäre unverhältnismäßig“, sagte ein Experte. Bis zu einer offiziellen Verkündung dürften noch einige Wochen vergehen. Ein Sprecher der Bank wollte die Informationen nicht kommentieren. Das Privatvermögen von Breuer wird auf etwa zehn Millionen Euro geschätzt. Breuer hatte 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit von Kirch angezweifelt. In einer beispiellosen Prozess-Serie verklagten die Kirch-Erben die Deutsche Bank auf Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Vergangene Woche wurde die jahrzehntelange Fehde dann beigelegt. Die Deutsche Bank müsste prüfen, ob sie den ex-Vorstandssprecher in Regress nimmt, um Aktionärsklagen vorzubeugen. Offenbar wird aber eine gütliche Einigung angestrebt, ohne erneut die Gerichte zu bemühen. Offen ist noch die Frage, ob es reicht, wenn der Aufsichtsrat der Einigung mit Breuer zustimmt oder ob die nächste Hauptversammlung im Mai ihren Segen geben muss.

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Kommentare zu " Ex-Chef der Deutschen Bank: Breuer beteiligt sich an Kosten für Kirch-Vergleich"

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  • Wenn es seitens Breuer ein schuldhaftes Verhalten gegeben hat und dies von einem Gericht festgestellt wurde, steht es nicht im Ermessen der DB-Vorstände mit B. einen dermaßen wachsweichen Deal zu machen. Es wäre der Tatbestand der Untreue seitens der DB-Vorstände erfüllt, wenn die B. nicht auf vollen Schadensersatz verklagen würden und sich das gesamte Vermögen des Herrn Breuer holen würden. Wohin B. gfls. sein übriges Vermögen "verschoben" (?) hat wäre sorgfältig zu prüfen.
    So wie angedacht (3 Mio.) darf B. keinesfalls davon kommen.

  • Das ist doch auch der Mann, der den Zusammenschluss von Deutscher und Dresdner Bank
    verkündete als noch gar kein Vertrag bestand.
    So einen hätte ich nicht einmal zur Zwischenprüfung als Azubi geschickt.
    Und das schreibt ein Mensch, der für seine Geschäfte lebenslang als Einzelkaufmann gehaftet hat.

  • Sie denken gewiss an 900 mio. €.

    Das ist der Schaden, den der Mann der Bank zugefügt hat. 1/3 wäre dann korrekt, wenn er über ein Privatvermögen von 2,7 Mrd. € verfügt.

    Hier ist Aufklärung nochwendig.

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