Ex-Dresdner-Bank-Chef
Walter hält Commerzbank für attraktives Übernahmeziel

Herbert Walter war Vorstandschef der Dresdner Bank, als diese von der Commerzbank übernommen wurde. Jetzt hält der Manager die Commerzbank selbst für ein Übernahmeziel. Südeuropäische Banken könnten Interesse haben.
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FrankfurtDie Commerzbank wäre nach Ansicht des ehemaligen Dresdner-Bank-Chefs Herbert Walter für viele Auslandsbanken ein attraktives Übernahme- oder Investitionsziel: „Der große Einlagenpool der Commerzbank ist sicher attraktiv für andere Banken“, sagte Walter, der heute als Berater arbeitet, dem Handelsblatt. Deutsche Banken hätten Einlagenüberschüsse, die südeuropäische oder französische Banken gut gebrauchen könnten, so Walter, der bei Handelsblatt Online wöchentlich eine Kolumne schreibt.

Das Aktienpaket des Staates könnte Walter zufolge auch interessant für strategische Investoren wie europäische Großbanken sein – obwohl der Staat nur noch 17 Prozent an der zweitgrößten deutschen Bank besitzt. „Damit hat man zwar keine Kontrolle, aber zumindest einen Fuß in der Tür“, sagte Walter. Auch als Ankeraktionär könne man Dinge vorantreiben und mit der Zeit die eigene Position ausbauen.

Vom Konzept eines nationalen Champions hält Walter wenig. „Ein nationaler Champion wäre in europäischen Dimensionen aus meiner Sicht eine Regionalbank“, sagte Walter. Das zu wollen, sei eine politische Entscheidung, die die Bundesregierung treffen müsse.

In diesem Fall sollte man die Bank dann aber auch „wirklich auf gesunde Beine“ stellen, „damit sie eigenständig bleiben kann“. Dann müsse man überlegen, wie man einen Teil der internen Bad Bank herausnehmen könne, die mit mehr als 130 Milliarden Euro an Altlasten noch immer sehr groß sei.

Kommentare zu " Ex-Dresdner-Bank-Chef: Walter hält Commerzbank für attraktives Übernahmeziel"

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  • Hier geht es um den Einstiegskurs des Bundes zu 34 Euro in 2008.Würde der Bund jetzt verkaufen,würde er über 25 Euro je Aktie verlieren.Bei 17% von über 1138 Millionen Stücken,wären das über 4,8 Mrd an Verlust für den Steuerzahler.Die Coba müsste sich also auf 34 Euro erholen,aber dann wäre sie mit einer MK von über 38 Mrd ja höher bewertet, als die Deutsche Bank heute-auch höcht unwahrscheinlich.Der andere Punkt der angesprochen wurde,der Bund übernimmt auf eigenes Risiko die Altlasten der Coba ,in einer separaten Bad Bank, ist höchst unwahrscheinlich und politisch nicht durchsetzbar.Der Bund sprang zwar der HRE und anderen Landesbanken 2008 in der akuten Post-Lehmankrise bei,aber nur weil die Situation damals brandgefährlich für alle war.Ein derartiges Szenario existiert gegnwärtig nicht.
    Die Coba wird also noch recht lange mit dem Bund leben müssen.Die einzige Chance:Eine oder mehere KE´s,um den Bund schrittweise seine investierten 6,578 Mrd wiederzugeben.Denn erwirtschaften,kann die Bank diese Summe auf absehbare Zeit nicht.
    Das Beispiel aus dem Frühjahr,mit einer Teilablösung der stillen Einlage durch eine KE im Umfang von 2,5 Mrd Euro ,lässt eher auf Letzteres schließen.

  • Kann man so sehen, aber Sie unterstellen dem verantwortlichen Personal auf politischer Seite eine Intelligenz, die ich so nicht feststellen kann.

  • Wer spricht denn hier von einem Interesse an der Commerbank. im Endeffekt geht es um die commdirect und andere interessante Töchter... Die arbeiten gewinnbringend und lohnen sich für z.B. eine BNP oder auch für die Chinesen.

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