Expansionsstrategie
Nomura erleidet historischen Verlust

Nomura hat sich offenbar übernommen: Japans größtes Brokerhaus musste im abgelaufenen Quartal hohe Verluste hinnehmen. Jetzt muss sich Konzernchef Watanabe einiges anhören.
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TokioDie Investmentbank, die als Folge der weltweiten Finanzkrise die Asien- und Europa-Sparte der pleite gegangenen Bank Lehman Brothers übernommen hatte, baut Stellen ab und will insgesamt 1,2 Milliarden US-Dollar einsparen. Wie der Konzern bei  Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt gab, folgt die Entscheidung auf hohe Verluste, die in der Zeit von Juli bis September auf 46,1 Milliarden Yen (429 Millionen Euro) angewachsen sind. „Wir standen vor einem schwierigen Quartal, da die Marktbedingungen sich infolge der anhaltenden Schuldenkrise der Eurozone verschlechtert haben“, sagte Konzernchef Kenichi Watanabe zur Begründung der erschreckenden Zahlen.

Es sind die ersten Verluste innerhalb von zweieinhalb Jahren bei den erfolgsverwöhnten Japanern. Marktbeobachter hatten bereits einen Absturz von Nomura prophezeit, aber die erwarteten Verluste übersteigen die Vorhersagen deutlich. Von Bloomberg und Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit rund 35 Milliarden Yen gerechnet.

Nomura folgt damit dem Trend sowohl auf dem Heimatmarkt wie auch im  Ausland. Ende Oktober hatte bereits Japan-Rivale Daiwa Securities, Nummer zwei nach Nomura, vermeldet, dass sich seine Verluste ausgeweitet haben auf 19,4 Milliarden Yen (180 Millionen Euro), ein Minus im dritten Quartal in Folge. Rund 300 Jobs in Übersee will Daiwa abbauen, um Kosten zu sparen. Einen ordentlichen Verlust im selben Quartal im Handelsgeschäft und Investment-Banking mussten aber auch die großen ausländischen Brokerhäusern hinnehmen. Darunter JP Morgan Chase, Goldman Sachs und Citigroup.

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