EZB warnt
Die Macht der Schattenbanken wächst

Sie sitzen an warmen, exotischen Orten und sind kaum reguliert: Schattenbanken. Dem Finanzsystem können sie gefährlich werden, warnt nun auch die EZB. Dabei macht ihre lockere Geldpolitik die Schattenbanken attraktiv.

FrankfurtDie Bedeutung der Schattenbanken für die Finanzwirtschaft hat einer Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) zufolge in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Unter anderem der Zufluss an Geldern in Investmentfonds stehe hinter dieser Entwicklung, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung der Euro-Wächter.

Am gesamten Finanzsektor in der Euro-Zone haben Schattenbanken - also Hedge- und Geldmarktfonds, spezielle Börsenhändler und Vermögensverwalter - mittlerweile einen Anteil von 38 Prozent nach 33 Prozent 2009. Demgegenüber sei das Gewicht der klassischen Kreditinstitute im gleichen Zeitraum auf 48 Prozent von zuvor 55 Prozent gesunken.

Anders als gewöhnliche Geldhäuser sind Schattenbanken kaum reguliert. Sie sitzen oft in exotischen Finanzzentren und Steuerparadiesen. Sie gelten als riskant, wenn sie wie klassische Institute Geld einsammeln und Kredite vergeben. Die Gesamtsumme des von Schattenbanken angesammelten Vermögens lag 2014 der Studie zufolge in der Währungsunion bei mehr als 23 Billionen Euro. Die gesamte Finanzbrache brachte es 2014 auf 60 Billionen Euro.

Nicht nur die EZB warnt vor dem Risiko, dass Schattenbanken für das Finanzsystem bergen. Auch das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hat Mitte Oktober im „Handelsblatt” vor den Risiken dieser Finanzakteure gewarnt. Problematisch sei vor allem, dass Anleger im Zuge der lockeren Geldpolitik der EZB in immer risikoreichere Anlageklassen getrieben würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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