Geldtransfer-Fintech
Transferwise bietet „grenzenlose“ Konten

Das Finanz-Start-up Transferwise steigt ins Bankgeschäft ein. Bisher hatte sich das Londoner Fintech auf internationalen Geldtransfer spezialisiert, ab sofort bietet es auch Konten für Unternehmen und Selbständige an.
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FrankfurtDas Londoner Finanz-Start-up Transferwise steigt ab sofort in das Geschäft mit Bankkonten ein. Zielgruppe sind zunächst kleine Unternehmen und Selbständige. Die Konten sollen grenzüberschreitend verfügbar sein und den Nutzern Kosten bei internationalen Geldeingängen und Überweisungen sparen. Bisher hat sich das Fintech auf internationale Geldtransfers spezialisiert und ist damit ein Konkurrent zu traditionellen Diensten wie Western Union und Moneygram. Mit dem Angebot eines eigenen Kontos greift das Fintechs nun auch das Herz des Bankgeschäfts an.

Andere Fintechs haben es schon vorgemacht, so bieten auch das deutsche Kontist und das finnische Holvi Konten für Selbständige und Firmenkunden an. Im Privatkundengeschäft ist die Smartphone-Bank N26 in Deutschland der deutsche Vorreiter. Zunächst bot sie Bankkonten an und verschaffte sich bald darauf eine eigene Banklizenz. Für die Banken sind Konten von großer Bedeutung. Vielfach gilt noch immer die Devise: Wer das Konto führt, hat den engsten Kontakt zum Kunden.

Die „borderless accounts“, also die grenzenlosen Konten, sollen zunächst in Großbritannien, der Euro-Zone, der Schweiz, Indien, Pakistan und den Kanalinseln verfügbar sein und im Laufe des Jahres weltweit ausgerollt werden. Überweisungen sollen in 15 verschiedene Währungen möglich sein. Im Gegensatz zu traditionellen Konten sollen keine monatlichen Gebühren erhoben werden und die Nutzer können kostenlos Geld empfangen. Für eigene Geldtransfers ins Ausland fallen jedoch Gebühren an.

„Der geschäftliche Bankverkehr ist meist teuer und schwierig zu managen – selbst Alternativen wie PayPal sind gerade für kleinere Unternehmen oft sehr aufwändig“, so Taavet Hinrikus, Geschäftsführer und Mitgründer von Transferwise. Das Problem potenziere sich noch, wenn ein Unternehmen international tätig sei.

Transferwise ist eines der größten Londoner Fintechs. Es hat mehr als 116 Millionen Dollar von Risikokapitalgebern eingesammelt und ist eines der wenigen sogenannten „Einhörner“ in der jungen Branche, also ein junges Unternehmen, das mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet ist. Es kooperiert unter anderem mit N26 und hat erst kürzlich eine Zusammenarbeit mit Facebook verkündet. Kunden können über dessen Chat-Service international Geld überweisen.

Handelsblatt-Finanzkorrespondentin Katharina Schneider.
Katharina Schneider
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin

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