Gemeinsame Lobbyarbeit
Sparkassen United

Es ist eine ungewöhnliche Allianz: Die Schweizer Kantonalbanken tun sich mit den deutschen Sparkassen zusammen. Sie betreiben künftig gemeinsam Lobbyarbeit – und wollen sich bei der EU besser Gehör verschaffen.
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ZürichDie Schweiz will oft mit der EU politisch möglichst wenig zu tun haben. Im Finanzsektor kommt es nun vor diesem Hintergrund zu einer bemerkenswerten Annäherung: die Schweizer Kantonalbanken und die deutschen Sparkassen wollen in Sachen Lobbying gemeinsame Sache machen.

So teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) mit, dass er den Verband der Schweizerischen Kantonalbanken in seinen Reihen aufgenommen hat. Die Schweizer sind damit das erste Mitglied „aus einem Nicht-EU-Land“, wie der DSGV mitteilte.

Ziel sei ein noch intensiverer Austausch von Informationen, sowie die Diskussion „strategischer Maßnahmen oder politischer Positionen bei der Bankenregulierung“, hieß es weiter. Zu deutsch: Lobbyarbeit.

Sowohl Sparkassen als auch die Kantonalbanken spielen in beiden Ländern eine Schlüsselrolle in ihren jeweiligen Märkten. In der Schweiz zum Beispiel haben die 24 Kantonalbanken rund 30 Prozent Marktanteil.

Im Vergleich zu den deutschen Sparkassen verfügen die Schweizer Institute aber noch über einen wichtigen Vorteil: denn bei 21 Kantonalbanken haftet noch der Steuerzahler unbegrenzt. Dieses Privileg sind die deutschen Sparkassen dank der EU schon lange los geworden.

Mit dem mächtigen DSGV als Partner dürften die Kantonalbanken in Brüssel künftig mehr Gehör finden. Auch wenn die Schweiz kein EU-Mitglied ist, so übernimmt sie de facto eins zu eins EU Recht im Finanzwesen, um den Marktzugang zur EU zu erhalten. Der ist auch für regionale Institute wie die Kantonalbanken wichtig; so unterhält zum Beispiel die St. Galler Kantonalbank eine Tochter mit Sitz in München.

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