Georg Fahrenschon
Den Sparkassen drohen schwierige Zeiten

Der Präsident der Sparkassen, Georg Fahrenschon, warnt vor Problemen, wenn einzelne Institute ins Wanken geraten sollten. Die Ausgangslage sei „ernst“. Wie sich die Institute gegen den Gewinnschwund stemmen wollen.

FrankfurtSparkassenpräsident Georg Fahrenschon stimmt die 413 deutschen Sparkassen angesichts niedriger Zinsen auf schwere Zeit und große Veränderungen ein. „Aus heutiger Sicht ist im Jahr 2019 mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses von rund 2,3 Milliarden Euro zu rechnen. Das sind 20 Prozent weniger als 2014“, sagte Fahrenschon diese Woche vor Sparkassenvorständen. Die Rede liegt dem Handelsblatt vor. Im vergangenen Jahr betrug das Betriebsergebnis vor Bewertung 10,9 Milliarden Euro.

Zugleich warnte Sparkassenpräsident davor, dass Schieflagen einiger Sparkassen die Situation verschärfen könnte. „Unsere Durchschnittsbetrachtungen stellen die Lage besser dar, als sie tatsächlich ist. Denn für unsere Gruppe wird es bereits schwierig, wenn eine signifikante Anzahl von Instituten in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät“, sagte er. Dann helfe es auch nicht, dass eine Mehrheit die Situation angemessen bewältigen könne.

Fahrenschon bezeichnete die Ausgangslage als „ernst“. Sie „verlangt unternehmerisches Handeln“, sagte er. Sich gegen den Gewinnschwund stemmen wollen die Sparkassen unter anderem, indem sie Kosten senken. Sie müssen laut Fahrenschon auch die „Zahl der Produkte und Prozesse drastisch verringern und standardisieren“.

Zudem müssten die Geldhäuser den Vertrieb intensivieren, etwa mehr Wertpapierprodukte verkaufen und Firmen besser ins Ausland begleiten. Zugleich  warnte der Sparkassenpräsident vor zu starken Einsparungen. „Denn wir müssen aufpassen, dass wir uns in Zeiten großer Investitionsnotwendigkeiten – Stichwort Digitalisierung – nicht aus dem Markt sparen.“

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