Gerichtsurteil
Rückschlag für Commerzbank im Boni-Streit

Die Berufung der Commerzbank gegen die Nachzahlung von Millionen-Boni an ihre Investmentbanker ist vor einem Londoner Gericht gescheitert. Der Rechtsstreit könnte in der nächsten Instanz weitergehen.
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London/FrankfurtDie Commerzbank hat im Streit über Millionen-Boni während der Finanzkrise einen weiteren Rückschlag erlitten. Ein Londoner Gericht, das die Bank Anfang Mai zur Nachzahlung von Prämien von rund 52 Millionen Euro an ihre Investmentbanker verdonnert hatte, lehnte am Mittwoch eine Berufung gegen das Urteil ab. Inklusive Zinsen und Prozesskosten kommen auf Deutschlands zweitgrößte Bank damit Belastungen von rund 70 Millionen Euro zu.

Die Commerzbank, die in der Krise mit Milliarden vom Staat gerettet wurde, will nun prüfen, ob sie in der nächsten Instanz weiter gegen die Zahlungen vorgeht. „Die Commerzbank behält sich vor, direkt beim Berufungsgericht einen Antrag auf die Zulassung der Berufung einzureichen", erklärte das Geldhaus. Dafür habe das Institut bis zum 20. Juni Zeit.

Der Ursprung des Streits geht auf das Jahr 2008 zurück. Commerzbank-Chef Martin Blessing strich damals die Boni seiner Investmentbanker radikal zusammen, nachdem die neu erworbene Tochter Dresdner Kleinwort einen Verlust von 6,5 Milliarden Euro angehäuft hatte.

104 Investmentbanker des Instituts in London haben dagegen geklagt und fordern zwischen 15.000 Euro und 2,6 Millionen Euro. Ihnen waren die Prämien in Aussicht gestellt worden, damit sie der Dresdner Bank im Zuge des Verkaufs von der Allianz an die Commerzbank die Treue halten.

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  • Das traurige Dasein der Commerzbank wird beendet.
    Der Aktienkurs der Commerzbank ist in der Gegenwart ein Schatten selbst. Und dennoch darf langfristig auf eine deutliche Erholung des Aktienwertes gehofft werden.
    Wenn keine Fehler gemacht werden, ist eine Vervielfachung des Aktienwertes in den nächsten Jahren möglich. Immerhin hat die Coba-Aktie in der nahen Vergangenheit überdimensional abgebaut. Natürlich kann der Aktienkurs gegenwärtig immer wieder einbrechen. Aber, eine Erholung ist geboten. Auch ein „Bulle“ muss auf der Wiese einmal grasen.
    Der ungarische Börsenexperte André Kostolany (*09-Feb-1906, † 14-Sep-1999) sollte recht haben. In der Ruhe liegt die Kraft.
    Die Begründung für den Optimismus zeigt die Zukunft. Die Commerzbank bietet Finanzdienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden an. In den kommenden Jahren, mit unserer alternden Gesellschaft, expandieren die Erbschaften von Immobilien wie Häuser und Eigentumswohnungen sowie Firmenerbschaften in Deutschland. Daraus folgt eine gewaltige materielle sowie konsumierende Bewegung. Gigantisches geparktes Vermögen wird freigesetzt, was der Commerzbank zu gute kommen sollte.

  • Eines ist klar: Unfähigkeit und Geldgier sind Geschwister. Erst 6,5 Milliarden zu verzocken und sich dafür noch Millionenzahlungen also Bonus einzuklagen, zeugt aber von besonders verabscheuendwürdiger Haltung. Moral? - Was ist das, würde der Investmentbanker fragen.

  • Der gesamte Rechtsstreit war dumm und Blessing juristisch schlecht beraten. Wenn er eine Lehre aus der Angelegenheit ziehen will, dann die seine juristischen Berater schleunigst zu wechseln.

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