Gewinn gesteigert
BNP Paribas entzieht sich dem Abwärtstrend

Die französische Großbank BNP Paribas folgt nicht dem Trend, den etliche Konkurrenten mit herben Gewinneinbrüchen vorgegeben haben. Das Institut konnte den Überschuss jüngst steigern – trotzt Dämpfers im Anleihehandel.
  • 2

ParisDie größte französische Bank BNP Paribas stemmt sich mit einem rigiden Sparkurs gegen Schwächen im Kapitalmarktgeschäft. Während viele Rivalen im dritten Quartal herbe Gewinneinbußen einstecken mussten, konnte BNP am Donnerstag positiv überraschen: Der Überschuss kletterte zwar nur um 2,4 Prozent auf 1,36 Milliarden Euro. Das war aber mehr als Analysten erwartet hatten. Vorstandschef Jean-Laurent Bonnafe zeigte sich zufrieden: "Unsere Kostensenkungen tragen allmählich Früchte." Im Rahmen des Sparprogramms stehen auch zahlreiche Jobs auf der Kippe - genaue Zahlen dazu gibt es nicht. Spätestens im März will der Konzernchef eine größere Zwischenbilanz ziehen.

Am Markt wurden die Zahlen gefeiert. Die BNP-Aktie zählte mit einem Plus von zeitweise knapp drei Prozent zu den größten Gewinnern im Pariser Auswahlindex CAC40. Auch die Papiere der beiden heimischen Konkurrenten Credit Agricole und Societe Generale, die ihre Ergebnisse in der kommenden Woche vorlegen, zogen deutlich an.

BNP hatte vor einiger Zeit angekündigt, bis 2015 die jährlichen Kosten um rund zwei Milliarden Euro zu senken - auch mit einer Vereinfachung der Konzernstrukturen. Andere Großbanken, etwa die Deutsche Bank, bauen derzeit wegen der schärferen Regulierung und sinkender Renditen ebenfalls kräftig um. Bislang schlagen die Bemühungen aber nur bei wenigen Finanzinstituten durch.

Vom lahmenden Heimatmarkt will sich BNP ein wenig abkoppeln und lieber in die rasant wachsenden Schwellenländer in Asien investieren. Auch die Märkte in den USA und Deutschland hat Bonnafe ins Visier genommen. In Deutschland soll vor allem das Mittelstandsgeschäft ausgebaut werden. Einen Einstieg bei der Commerzbank, über den am Markt immer wieder spekuliert wurde, hat Bonnafe aber ausgeschlossen.

Wie stark der Gegenwind im Tagesgeschäft ist, zeigte sich an den Konzerneinnahmen, die um vier Prozent auf 9,29 Milliarden Euro abbröckelten. Hier spiegeln sich die lange Rezession in weiten Teilen Europas sowie Einbußen im Handel mit Anleihen und anderen festverzinslichen Wertpapieren wider. Letzteres traf vor allem die Investmentbank, deren Vorsteuergewinn um 22 Prozent einbrach.

Auch bei anderen Großbanken waren die Einbußen hier zuletzt enorm gewesen. Hintergrund ist die große Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank in den Sommermonaten. Seit der Krise hat sie sich als große Bond-Käuferin auf dem Markt betätigt, allerdings ist unklar, wie lange die Fed dies noch so fortsetzen wird. Daher bleiben auch andere Investoren in Deckung, das Geschäft der Investmentbanken lahmt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gewinn gesteigert: BNP Paribas entzieht sich dem Abwärtstrend"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • für mich stellt sich die Frage, warum in der Politik niemand die Forderung erhebt, dass die verantwortlichen Manager, also
    Anshu Jain, Josef Ackermann und Co. ihre unverdienten hohen Boni-Zahlungen zurückerstatten!!!
    So verfestigt sich der Eindruck, dass man die Kleinen hängt und die Grossen unbehelligt laufen lässt. Die Marktwirtschaft müsste im Grundsatz so gestaltet sein, dass hohe Gehältern auch hohe Verantwortung gegenübersteht - auch in pekuniärer Sicht durch Rückzahlung solcher irrsinniger Boni durch die obere Managerebene!

  • selbst in Europa sind Banken vergleichbar mit der Deutschen Bank eindeutig besser, was für eine Schande.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%