Hackerangriff auf die Citi
„Die Bankräuber des 21. Jahrhunderts“

Die Cyber-Attacke auf Kreditkartendaten bei der Citigroup schreckt Banken und Kunden auf, auch in Deutschland. Während die Institute beteuern, ihre Systeme seien sicher, bekommt die US-Großbank zu Hause mächtig Ärger.
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Düsseldorf, New YorkDie Hacker-Attacke auf Kreditkartendaten bei der Citigroup alarmiert auch in Deutschland Banken und Kunden. "Wir beobachten die Entwicklungen jederzeit intensiv, um Risiken frühzeitig zu erkennen", heißt es etwa bei der Commerzbank-Tochter Comdirect. Als in der Nacht zu  Donnerstag das Internetbanking der deutschen Santander-Bank nicht zu erreichen war, befürchteten einige Kunden bereits einen Cyberangriff. Die Bank erklärte den Vorfall mit Wartungsarbeiten an den Servern.

Die US-Großbank Citigroup hatte am Donnerstag eine Sicherheitspanne eingeräumt, bei der die Namen, Kontonummern und Kontaktdaten von rund 200.000 Kunden in Nordamerika ausgespäht wurden. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge entdeckte Citi das Datenleck bereits Anfang Mai. "Wir kontaktieren die betroffenen Kunden", sagte ein Citigroup-Sprecher. Mit einem verschärften Sicherheitssystem sollten solche Vorfälle künftig verhindert werden.

Deutsche Kunden der Targobank - unter diesem Namen firmieren die einstigen deutschen Filialen der Citibank seit 2008 - sind laut einem Sprecher nicht von dem Fall betroffen. Die Targobank ist inzwischen Teil der französischen Crédit Mutuel. Bei einer anderen deutschen Bank hieß es, es versuchten „tagtäglich irgendwelche Computerfreaks zu bohren". Entscheidend sei, "dass man immer einen Schritt schneller ist."

Viele Banker in Deutschland sehen das Problem der Internetkriminalität allerdings weniger in direkten Angriffen auf die Systeme eines Finanzinstituts. "Sich in das System einer Bank zu hacken, ist schon ein sehr ambitioniertes Vorhaben", sagt ein Sprecher der Direktbank ING-Diba.

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  • "Banken sind die Raubritter des 21. Jahrhunderts."
    So müsste der Spruch natürlich korrekt lauten.

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