Hauptversammlung
Ackermann will den Ruf der Deutschen Bank retten

Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank spielen die tollen Zahlen eine Nebenrolle - zum Leidwesen der Verantwortlichen. Vorstandschef Ackermann setzt auf Frauen - und auf eine neue Ehrlichkeit. VON NILS RÜDEL.
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FrankfurtDass manche der Deutschen Bank alles Schlechte dieser Welt zutrauen, dürfte an diesem strahlenden Donnerstagmorgen vor der Festhalle keinem Aktionär entgehen. Attac ist da, Greenpeace auch, und ihre Transparente lassen keine Fragen offen: "Schwarze Zahlen durch finstere Geschäfte", heißt es, oder "Grüne Türme machen noch keine Weiße Weste" - in Anspielung auf der "Green Towers", die sanierten Zwillingstürme der Zentrale von Deutschlands größter Bank.

Die Vorwürfe decken ein ganzes Spektrum an Missetaten ab: Finanzierung von Rüstungsgeschäften, Förderung der Kernenergie, Ausbeutung der Steuerzahler wegen der Rettungspakete für die Banken. Auf den Stufen liegt, bunt und eklig, ein Haufen Müll. 

Im Saal wehrte sich der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, Clemens Börsig, in seiner Rede gegen Kritik an seiner Rolle bei der der Suche nach einem Nachfolger für Vorstandschef Josef Ackermann. „Der Aufsichtsrat folgt einem klar strukturierten Prozess“, sagte Börsig. In diesen sei auch Ackermann persönlich „voll eingebunden“. Wer der Nachfolger werde, entscheide der Aufsichtsrat „zu gegebener Zeit“ und werde das Ergebnis unverzüglich mitteilen.“

Tags zuvor hatte der Investorenvertreter Hermes Equity Ownership Services dem Aufsichtsrat Versagen vorgeworfen. "In Investorenkreisen wachsen Zweifel, ob der Aufsichtsrat der Deutschen Bank dieser Aufgabe in angemessener Weise gerecht wird", heißt es in einem Offenen Brief.  Als Aufsichtsratschef ist Börsig mit für die Suche eines Nachfolgers für Ackermann verantwortlich, dessen Vertrag noch bis zur Hauptversammlung 2013 gültig ist.

Als externe Kandidaten gelten Ex-Bundesbank-Präsident Axel Weber wie auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Reto Francioni, sowie der Finanzvorstand des Versicherungsriesen Allianz, Paul Achleitner. Von den aktuellen Deutsche-Bank-Vorständen gilt seit Jahren der oberste Investmentbanker der Deutschen Bank, Anshu Jain, als Kronprinz.

Kommentare zu " Hauptversammlung: Ackermann will den Ruf der Deutschen Bank retten"

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  • Da macht sich der Bock selbst zum Gärtner - immerhin ist Ackermann der Verursacher für all die Proteste gegen das Haus und gegen ihn.

    Das macht ihm aber nix, denn mangelnde Einsicht ist schließlich eines seier Qualitätsmerkmale.

  • Vor noch nicht zu langer Zeit lebte Acki in der Vergangenheit (Frauen). Nun, 18 Monate vor seinem Abtritt, tritt der in die Moderne ein. Frauen sollen den Espresso mundgerecht und gerade einwenig gesetzt servieren. Sie sollen anregend erscheinen und vielleicht seine Zähne danach reinigen. Always to be clean..sie sollen seine Bilanzen von unseriösen Bankgeschäften der letzten 10 Jahre Deutsche Bank säubern. Einfach auskehren...Immer adrett, smily, dienend: neues ehrlicheres Bild der Deutsche Bank AG

  • Sehr uninteressant

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