Hauptversammlung des Versicherers
Auf dem Weg in die nächste Allianz-Ära

Allianz-Chef Oliver Bäte legt gute Zahlen vor und versucht auf dem Aktionärstreffen, die Belegschaft zu beruhigen. Nicht jedem Mitarbeiter gefällt sein Kurs. Doch die Investoren bestärken ihn in seinem harten Kurs.
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MünchenOliver Bäte weiß, was seine Anleger hören wollen. „Wenn man die tollen Zahlen der Allianz anschaut, könnte man leicht vergessen, wie schwierig das Umfeld ist“, ruft der 52-Jährige Vorstandschef des Münchener Versicherungsriesens Allianz den rund 3.200 versammelten Aktionären auf der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in der Olympiahalle zu.

Es sind selbstbewusste Worte, aber Bäte kann sie sich leisten. Wirtschaftlich steht der Konzern gut da, wie der Rheinländer kurz vor dem Treffen mit der Vorlage der Quartalszahlen noch einmal unterstreicht. So startet Europas größter Versicherer Allianz trotz höherer Katastrophenschäden besser ins Jahr als gedacht.

Doch auch für die rund 140.000 Mitarbeiter hat der Mann mit der Hornbrille und der hellen Falsettstimme eine Botschaft. „Der Wandel geht nur mit den Mitarbeitern“, ruft er den Aktionären zu. Die Beschäftigten würden „Großartiges“ leisten. Aber natürlich würde sich manch einer Gedanken angesichts des angeschobenen Umbaus machen. Der Vorstand sei sich der Herausforderungen bewusst und unterstütze die Belegschaft dabei, „Teil des Wandels zu sein und diesen aktiv zu unterstützen“. Denn der Konzern müsse sich anpassen, betont Bäte. Aber die Allianz agiere dabei aus einer Position der Stärke.

So lassen sich die Zahlen für das erste Quartal durchaus sehen. Der operative Gewinn stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als neun Prozent auf 2,9 Milliarden Euro – und damit deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Überschuss sackte zwar wegen Einmaleffekten um 15 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ab, übertraf aber ebenfalls die Erwartungen.

Bäte erneuerte vor diesem Hintergrund die Jahresprognose. Für das laufende Jahr erwarte der Konzern weiter einen operativen Gewinn von 10,3 bis 11,3 Milliarden Euro. Die Dividende werde aber nicht sinken, bekräftigte Bäte. „Wir versprechen Dividendenkontinuität.“

Die anwesenden Investoren freute das. Intern mag der Umbaukurs des Ex-McKinsey-Mannes zwar nicht jedem Mitarbeiter gefallen. Die meisten Anleger haben damit aber kein Problem. Daniela Bergdolt, Vizepräsidentin der Aktionärsschutzvereinigung DSW findet lobende Worte. „2016 war ein sehr gutes Jahr“, ruft sie den Anlegern zu. „Die Allianz strotzt vor Kraft.“

Auch Top-Investoren stärken Bäte den Rücken. „Der Konzernumbau und die Entschlackung der Holding ist richtig und notwendig und es darf dabei auch mal knirschen, solange die Motivation im Vertrieb und die Kundenzufriedenheit nicht leidet“, spricht Ingo Speich, Fondsmanager der Union Investment, einer der Top-10-Investoren des Versicherers, im weiten Rund der Münchener Olympiahalle in Richtung Podium.

Die digitale Transformation des Geschäftsmodells biete der Allianz enorme Chancen, weil es in der Versicherungswelt von morgen vor allem auf Größenvorteile und eine starke Marktstellung ankomme. „Lassen Sie sich nicht durch interne Widerstände von Ihrem Kurs abbringen“, fordert Speich.

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