HSH Nordbank
Ein ganz besonderer Fall

Die erste Ermittlergruppe sah bei der HSH Nordbank noch keine pflichtwidrigen Verstöße der Ex-Vorstände – und wurde ausgetauscht. Jetzt könnte es doch noch zur Anklage kommen.
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BerlinDie Ermittlungen der Hamburger Staatsanwaltschaft im Fall HSH Nordbank stehen kurz vor dem Abschluss. Das erklärte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers auf Anfrage des Handelsblatts. Noch ist aber keine Entscheidung gefallen, ob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen frühere Manager wegen Untreue in besonders schwerem Fall erheben wird. Aber die Anzeichen verdichten sich, dass es im Einzelfall dazu kommen könnte. Auf schwere Untreue stehen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren.

Im Fokus der Ermittlungen stehen der ehemalige Vorstandschef Dirk Jens Nonnenmacher, sein Vorgänger Hans Berger, und die Ex-Vorstandsmitglieder Jochen Friedrich, Peter Rieck, Hartmut Strauß und Bernhard Visker.

Die Ermittlungen ziehen sich bereits über Jahre hin. „Wir betreten hier wirklich Neuland“, hieß es zu Beginn der Untersuchungen. Denn es geht um die Frage, ob Managern eine persönliche Verantwortung für Fehlentscheidungen in der Finanzmarktkrise nachgewiesen werden kann. Das versuchen die Staatsanwälte zumindest im Fall „Omega“ zu klären. Omega ist der Name einer Zweckgesellschaft und diese steht für den Versuch des Instituts, im Jahr 2007 durch komplizierte Finanzgeschäfte hohe Risiken außerhalb der Bilanz zu parken. Die Abschreibungen beliefen sich am Ende auf mehr als 500 Millionen Euro.

Die HSH Nordbank war eine der Landesbanken, die durch die Pleite der US-Investmentbank Lehman in Schieflage geraten war. Das Institut verbuchte 2008 einen Verlust von 2,8 Milliarden Euro und konnte schließlich nur noch durch zweistellige Milliardenhilfen der Mehrheitseigner Schleswig-Holstein und Hamburg gerettet werden.

Ausgelöst wurde die juristische Aufarbeitung der Fast-Pleite durch eine Anzeige des Hamburger Rechtsanwalts Gerhard Strate Ende März 2009. Die verantwortlichen Manager hätten ihre „Vermögensfürsorgepflicht“ hinsichtlich des Kreditersatzgeschäfts wie Verbriefungen von Wertpapieren „offenkundig nicht wahrgenommen“, heißt es in der Anzeige.

Was diesen Fall so besonders macht, ist die Tatsache, dass eine polizeiliche Ermittlungsgruppe im Februar 2010 einen „Bericht zur Verdachtslage im Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche der HSH Nordbank wegen des Verdachts der Untreue und der unrichtigen Darstellung“ vorlegte. Er liegt dem Handelsblatt vor.

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Vorwürfe nicht stichhaltig

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  • Wenn Vorständen und Aufsichtsräten keine Verantwortung nachgewiesen werden kann, dann stellt sich doch die Frage, für was diese denn die fürstlichen Gehälter und Bonuszahlungen erhalten (haben)?

    In dem Fall gehören die Dienstverträge auf den Tisch und sind auf Leistung und Gegenleistung zu prüfen und ob diese evt. sittenwidrig waren.

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