HVB-Chef
Kunden sollen nicht unter Strafzinsen leiden

„Wenn wir das zulassen, bricht die Volkswirtschaft auseinander“, warnt Hypo-Vereinsbank-Chef Weimer die Branche, Strafzinsen an Bankkunden weiterzureichen. Man dürfe Kunden nicht dafür bestrafen, dass sie zur Bank kämen.
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FrankfurtHVB-Chef Theodor Weimer warnt seine Branche davor, Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) an Bankkunden weiterzureichen. „Wenn wir das zulassen, bricht die Volkswirtschaft auseinander“, sagte der Sprecher des Vorstands der Hypo-Vereinsbank (HVB/München) am Montagabend vor Journalisten in Frankfurt. „Es wäre eine Ungeheuerlichkeit, wenn private Sparer uns Geld geben und wir von ihnen dafür Geld verlangen.“

Die EZB berechnet Geschäftsbanken inzwischen einen Strafzins von 0,2 Prozent, wenn diese Geld bei der Notenbank parken, anstatt mit Krediten an Unternehmen und Verbraucher die Konjunktur anzukurbeln. Medienberichten zufolge reichen erste Institute die negativen Zinsen an ihre Kunden weiter. „Ich werde Einlagen nie mit negativen Zinsen belasten“, versicherte Weimer für sein Haus. „Egal wer zu uns kommt: Er wird nicht dafür bestraft, dass er uns Geld gibt.“

Weimer warnte zugleich vor Nebenwirkungen der Flut billigen Zentralbankgeldes: „Wir befinden uns in einer Liquiditätsfalle: Die Steuerungswirkung des Zinses ist nur noch bedingt gegeben.“ Dennoch lobte er Europas Währungshüter für ihren Anti-Krisen-Kurs: „Die EZB macht viele, viele Dinge richtig. Sie hat Zeit gekauft - und irgendjemand muss diese Zeit jetzt nutzen.“ Europa brauche Wachstum.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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