Hypo-Vereinsbank
1200 weitere Stellen sollen gestrichen werden

Erst das Filialnetz, nun auch die Verwaltung: Rund 1200 Stellen will die Hypo-Vereinsbank in den kommenden drei Jahren streichen. Grund ist ein rigoroses Sparprogramm der italienischen Mutter Unicredit.

MünchenDie HypoVereinsbank streicht in der Verwaltung in den nächsten drei Jahren jede sechste Stelle. Bis 2018 sollen dort 1200 Arbeitsplätze abgebaut werden, bestätigte die Tochter der italienischen UniCredit am Donnerstag in München. Die HVB wolle dabei möglichst ohne Kündigungen auskommen. "Wir müssen aus Fairnessgründen jetzt auch mal an die Zentralbereiche heran", sagte Vorstandschef Theodor Weimer. Im vergangenen Jahr hatte die HVB die Halbierung ihres Filialnetzes beschlossen, der 1500 Arbeitsplätze zum Opfer fielen. 800 der davon betroffenen Mitarbeiter sind aber noch da. 2018 dürften damit weniger als 15.000 Menschen für die HVB arbeiten; zuletzt waren es 16.700. Der Abbau ist Teil eines Sparprogramms, mit dem die Belegschaft der UniCredit europaweit um 18.200 Mitarbeiter schrumpfen soll.

Mit dem Streichkonzert will Weimer die Kosten im Verhältnis zu den Erträgen auf ein wettbewerbsfähiges Niveau bringen und die Eigenkapitalrendite steigern. "Wir werden verwundbarer durch die niedrigen Zinsen", sagte er. "Wir müssen jetzt reagieren, bevor es uns kalt erwischt." Das Personal mache die Hälfte der Kosten in der Bank aus. UniCredit-Chef Federico Ghizzoni hatte die hohen Kosten in Deutschland moniert. Bisher gibt die HVB 77 Cent aus, um einen Euro Ertrag zu erwirtschaften. 2018 sollen es nur noch 65 Cent sein - ein Wert, wie ihn auch die Deutsche Bank mittelfristig anstrebt. Die Netto-Eigenkapitalrendite der HVB soll auf neun von zuletzt 6,5 Prozent steigen. Weimer hält das für machbar: "Wir sind jetzt nicht Welten von den neun Prozent entfernt."

Die Bank setze sich damit erstmals so konkrete Ziele, sagte Weimer. "Diese Bank wird so geführt, als wäre sie gelistet." Ein Börsengang der HVB sei im Zuge der Überarbeitung der UniCredit-Strategie aber kein Thema gewesen. "Es ist nicht vorgesehen. Es ist nicht notwendig", betonte der Vorstandschef.

Auch mit einer kleineren Mannschaft soll die HVB wachsen und Marktanteile gewinnen, vor allem bei Firmenkunden und reichen Privatkunden. "Das ist nicht besonders kreativ", räumte Weimer ein. Im Filialgeschäft zahle sich die Schließung von fast jeder zweiten Zweigstelle aus. Die Personalkosten seien in der Sparte um 7,5 Prozent gesunken, die Mietkosten um 20 Prozent. "Unsere Strategie scheint an dieser Stelle aufzugehen", sagte Weimer. Sicher könne man aber erst in etwa eineinhalb Jahren sein.

"Das Motto heißt im Moment offenbar Totsparen", sagte Verdi-Fachbereichsleiter Klaus Grünewald, der auch im Aufsichtsrat der HypoVereinsbank sitzt. "Der Eigentümer muss sich fragen lassen, was er mit der HVB eigentlich vorhat - ob er sie wirklich schätzt oder ob er sie einen langsamen Tod sterben lassen will."

In den ersten neun Monaten 2015 ist der operative Gewinn der HVB dank niedrigerer Rückstellungen für faule Kredite auf 737 (Vorjahr: 635) Millionen Euro gestiegen. Der Überschuss aus dem fortgeführten Geschäft stieg auf 461 (438) Millionen Euro. Der Stellenabbau kostet aber erst einmal Geld. Im vierten Quartal seien dreistellige Millionen-Rückstellungen zu erwarten, aber weniger als die 360 Millionen Euro, die die Bank für den Abbau in den Filialen reserviert hatte.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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