Hypo-Vereinsbank
Ein Lichtblick unter Deutschlands Banken

Früher als andere deutsche Großbanken hat die Hypo-Vereinsbank auf einen Sparkurs eingeschlagen. Die Zahl der Mitarbeiter ist deutlich zurück gegangen, doch das Betriebsergebnis steigt.

MünchenDie Hypo-Vereinsbank (HVB) bringt ein wenig Glanz in die ansonsten düstere Halbjahresbilanz der deutschen Banken. Der Konzernüberschuss nach Steuern stieg gegenüber dem Vorjahr um knapp 14 Prozent auf auf 371 Millionen Euro. Das operative Ergebnis legte um 10,4 Prozent auf 542 Millionen Euro zu. Zum Vergleich: Die Postbank meldete einen um ein Drittel auf 166 Millionen Euro gesunkenen Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr.

Ein Grund für die besseren Zahlen der HVB: Früher als andere Institute hatte Bankchef Theodor Weimer einen Sparkurs eingeschlagen und etwa das Filialnetz deutlich gekappt. Zum 30. Juni hat die Bank noch 15.000 Vollzeitkräfte, vor Jahresfrist waren es 16.300.

„Wir haben Wachstumschancen genutzt und unsere Kosten weiter gesenkt“, kommentierte Weimer das Ergebnis. Insbesondere die „Neupositionierung“ des Privatkundengeschäfts mit massiven Filialrestrukturierungen zahlte sich aus, sagte er. So sanken die Verwaltungskosten um 4,4 Prozent. Gespart worden war insbesondere bei den Aufwendungen für Personal und Gebäude.

Die für Banken besonders wichtige Kennzahl der Cost-Income-Ratio verbesserte sich von 75,2 Prozent im ersten Halbjahr 2015 auf 71,6 Prozent. Das bedeutet: Um einen Euro Ertrag zu erwirtschaften, muss das Geldhaus aktuell knapp 72 Cent aufwenden.

Innerhalb des italienischen Unicredit-Konzerns ist die HVB eine stabile Ertragssäule. Anders sieht das beim österreichischen Schwesterinstitut Bank Austria aus. Die Bank Austria braucht nach dem Dafürhalten der österreichischen Finanzaufsicht nach der Abspaltung ihrer Europa-Töchter mehr Kapital. Doch HVB-Chef Weimer will keine direkte Kapitalspritze geben. „Das wird es nicht geben, das ist gar nicht zulässig“, so Weimer . Das Geld müsse – wenn überhaupt – über den italienischen Mutterkonzern fließen. „Aber mir ist bisher kein solches Ansinnen bekannt.“

Die HVB habe zweifellos „einige Milliarden“ zu viel Kapital, sagte der Vorstandschef. „Wenn wir eine gelistete Bank wären, würden wir einen Teil davon an die Aktionäre zurückgeben.“ Die harte Kernkapitalquote lag Ende Juni bei 22,1 Prozent – zum Vergleich: die Deutsche Bank kommt derzeit auf 10,8 Prozent.

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