Insiderbericht
Unicredit erhöht Kapital um 7,5 Milliarden Euro

Finanzkreisen zufolge will die italienische Bank Unicredit ihr Kapital um 7,5 Milliarden Euro erhöhen. Die als systemrelevant eingestufte Bank muss ihren Sicherheitspuffer erhöhen.
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MailandAls letzte große Bank Italiens in diesem Jahr plant der Mutterkonzern der Hypo Vereinsbank, die Unicredit, offenbar eine Kapitalerhöhung von 7,5 Milliarden Euro. Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, der deutsche Banker Dieter Rampl, und Unicredit-Chef Federico Ghizzoni würden dem Verwaltungsrat am Montag die Kapitalerhöhung vorschlagen, und dieser werde zustimmen, hieß es am Sonntag aus Finanzkreisen in Mailand. Die Bank wollte offiziell nicht Stellung nehmen und verwies auf die Veröffentlichung ihres neuen Strategieplans am Montagnachmittag.

Die Unicredit benötigt nach Einschätzung der europäischen Bankenaufsicht (EBA) knapp 7,38 Milliarden Euro, um bis Juni kommenden Jahres eine Kernkapitalquote von 9,0 Prozent zu erreichen. Die Kernkapitalquote beschreibt das Verhältnis vom Kapital einer Bank zu ihren risikobehafteten Geschäften, also zu den vergebenen Krediten und den getätigten Geldanlagen. Das Kernkapital kann Verluste abfangen, die es durch Kreditausfälle und Kursabstürze gibt.

Die Unicredit gehört zu den 29 vom Finanzstabilitätsrat (FSB) als systemrelevant eingestuften Banken. Sie müssen sich wegen ihrer Größe und Bedeutung besser als andere gegen Pleitegefahren schützen.

Die Unicredit hatte ihr Kernkapital bereits 2009 und 2010 verstärkt. Neben der neuen Kapitalerhöhung wird die Bank Medienberichten zufolge auch Stellenstreichungen bekanntgeben. Das Wirtschaftsblatt „Il Sole 24 Ore“ berichtete, 5000 der insgesamt 160.000 Jobs weltweit würden gestrichen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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