Internet-Parodie
Jetzt sprechen die Goldman-Muppets

Viel wurde zuletzt über Goldman Sachs und die Muppets gesprochen, jetzt schlagen sie zurück. In einem Internet-Video platzen sie in ein Meeting bei der Investmentbank. Und beschweren sich, weil sie sich beleidigt fühlen.
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Washington Ob Ex-Goldman-Banker Greg Smith damit gerechnet hat, mit dem Wort „Muppets“ eine derartige Wirkung zu erzielen, ist nicht bekannt. Tatsache aber ist, dass die Figuren in Zusammenhang mit der Investmentbank noch immer für Brüller sorgen. Smith hatte vor zwei Wochen in seinem vielbeachteten öffentlichen Kündigungsschreiben in der „New York Times“ behauptet, manche Mitarbeiter würden Kunden intern als Deppen, als „Muppets“ bezeichnen.

Viel wurde seitdem über die Muppets bei Goldman gesprochen – jetzt sprechen sie selbst. In einem Video der Comedy-Website „Funny or Die“ treiben die Autoren die Geschichte weiter: Ein Goldman-Offizieller (dargestellt von US-Schauspieler Kyle MacLachlan) zerbricht sich gerade gemeinsam mit Kollegen den Kopf darüber, wie die Firma den durch Smith ausgelösten Image-GAU wieder ausbügeln könnte, als drei Muppets in den Konferenzraum platzen.

„Wir vertreten die Anti-Muppet-Beleidigungs-Liga“, sagt der Anführer der Zottelwesen, selbst in dunklen Anzug gekleidet. „Wir möchten eine formelle Beschwerde einreichen, weil Goldman Sachs das Wort ,Muppet‘ in einer beleidigenden und abschätzigen Weise benutzt“.

Weit kommen sie nicht. Die Runde wiehert vor Lachen, prostet sich zu. „Natürlich nennen wir unsere Kunden Muppets. Natürlich beraten wir sie gegen ihr eigenes Interesse, um uns reicher zu machen“, sagt der Chef. „Aber sind wir deshalb die Bösen?“ Dann sehnen sich die Anzugträger in die 80er Jahre zurück, gackern über frauenfeindliche Witze und sprechen höhnisch im Chor: „Ich besitze eine Yacht“. Der vierminütige Beitrag endet damit, dass die Muppets einen Brief vom Anwalt dalassen und geschlagen den Rückzug antreten.

Es gab schon witzigere Parodien zum Thema. „Das Skript ist ziemlich albern”, kommentiert denn auch die Wirtschaftsnachrichten-Seite „Business Insider“. „Aber offensichtlich ist es das Bild, das ein Großteil Amerikas von Goldman Sachs hat“. Ex-Banker Smith hat sich seit Veröffentlichung seines Artikels nicht öffentlich geäußert. Zuletzt berichtete die „New York Times“, er suche derzeit einen Verlag, damit er ein Buch über seine Zeit bei Goldman schreiben kann.

Nils Rüdel
Nils Rüdel
Handelsblatt / Deskchef Politik

Kommentare zu " Internet-Parodie: Jetzt sprechen die Goldman-Muppets "

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  • Chasing the rainbow
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    Und die Muppets jagen immer noch dem Regenbogen hinter-
    her an dessen Ende, wie Goldman Sachs weismachen will,
    der Topf mit dem Gold zu finden ist.

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