Investmentbanken
Goldman-Mitarbeiter sollen nicht nur Nummern sein

Mehr als Punkte: Goldman Sachs führt ein weicheres Bewertungssystem für seine Mitarbeiter ein. Das ist ein Schritt, um im Wettstreit mit Hedgefonds und Start-ups um Top-Mitarbeiter zu bestehen.

New YorkWir kennen die Diskussion aus der Grundschule: Sollen die Kinder eher mit Noten oder mit schriftlichen, im Detail begründeten Beurteilungen bewertet werden? Goldman Sachs hat sich für die zweite Version entschieden.

Eines der „Schlüsselelemente“ eines neuen Beurteilungssystems ist laut einer internen Mail: „Schwerpunkt auf dem qualitativen Feedback – was Leute gut machen und wie sie besser werden können – statt einer Punktewertung.“ Zusätzlich zu einer schriftlichen Stellungnahme bekommen die Dienstgrade vom „Assistenten“ über Analysten bis zum „Vice President“ dann aber noch eine Einordnung auf der Skala „ausgezeichnet, gut oder Verbesserung notwendig“.

Das neue System, das von Konzernchef Lloyd Blankfein persönlich angekündigt und von Personalchefin Edith Cooper näher erklärt wurde, soll schon im Juni starten. Es beinhaltet auch die Möglichkeit, den Mitarbeitern zeitiger und häufiger als bisher ein Feedback zu ihrer Leistung zu geben.

Goldman Sachs siebt jedes Jahr etwa fünf Prozent der Mitarbeiter mit schlechten Leistungen aus, um Platz für Nachwuchs zu machen. Im laufenden Jahr ist dieser Prozentsatz in einigen Bereichen des Handels am Kapitalmarkt, wo die Geschäfte schlechter laufen, sogar auf zehn Prozent erhöht worden.

Die Investmentbank hat in der Vergangenheit bereits einige Initiativen gestartet, um attraktiver für junge Banker zu werden. So gab es ein Programm, das eine schnellere Beförderung erlaubt - eine Abkürzung im zuvor recht bürokratisch festgelegten Karriereweg.

Außerdem versucht die Bank, die Arbeit am Wochenende zu erleichtern und mit dem Einsatz interner Apps auch unproduktive Zeiten im Büro zu reduzieren und die Arbeit von zu Hause aus zu erleichtern. „Wir sehen, dass diese Leute entscheidend für unseren Erfolg sind“, hieß es schon Ende 2015 in einer internen Mitteilung. Ein wichtiges Ziel sei, „die größten Talente langfristig zu behalten“.

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