Kommentar
UBS-Chef Grübel steht zurecht unter Druck

Oswald Grübel kämpft verbissen um seinen Job: Der Chef der UBS wehrte sich am Wochenende entschieden dagegen, wegen des Händler-Skandals zurückzutreten. Dabei ist die Kritik an ihm absolut berechtigt.
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UBS-Chef Oswald Grübel macht sich die Sache ein bisschen zu leicht. Er argumentiert, dass sich eine Bank nicht gegen kriminelle Machenschaften einer seiner Mitarbeiter schützen könne. "Das kann halt immer passieren", meint achselzuckend Grübel und will offenbar zur Tagesordnung übergehen. Dabei übersieht er ein wichtiges Detail.

UBS ist nicht die erste Bank, die einem kriminell gewordenen Trader aufgesessen ist. Vor drei Jahren ist der französischen Großbank Société Générale so ziemlich genau das gleiche passiert. Zum Glück für die UBS waren die verbotenen Index-Wetten ihres beschuldigten Händlers Kweku Adoboli nicht so riesig wie jene von Kerviel, der am Ende Wetten über 49 Milliarden Euro laufen hatte.

Über Kerviels Vorgehen, wie er seine Wetten versteckt hat, sind alle Einzelheiten bekannt. Die Société Générale hat heute noch die wichtigsten Dokumente auf seiner Webseite zusammen gestellt. Sie sind für jedermann einsehbar. Der Fall Kerviel muss für jede Großbank mit Investment-Banking die ultimative Warnung sein, dass der Feind auch von innen her kommen kann.

Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass mit UBS nun schon die zweite Bank auf getürkte Absicherungsgeschäfte hereingefallen ist. Wieder einmal prüfte die Bank offenbar unzureichend die Qualität der Absicherungsgeschäfte. Und spätestens seit Kerviel muss klar sein, dass niemals ein Bank-Mitarbeiter Händler am Front-Desk werden darf, der sich zuvor mit den Einzelheiten des Back-Offices und damit mit den Kontrollmechanismen hat vertraut machen können.

Grübel gilt als der Mann, der die UBS im Investment-Banking zu alter Größe zurückführen wollte. Diese Strategie galt schon vor dem Händlerskandal als gescheitert. Strategisch muss sich die Bank nun fragen, ob sie diesen Bereich überhaupt noch als eigenständiges Geschäftsfeld weiterführen will, oder sie ihn nicht soweit zurück stutzt, dass die Investmentbank einzig und allein dem Kerngeschäft der Vermögensberatung als Zulieferer dient. Die meisten Analysten bevorzugen die zweite Option.

Ob Grübel als ehemaliger Händler für diesen neuen Kurs der richtige Mann an der Spitze der UBS ist, darf bezweifelt werden. Die Tatasche, dass das Board noch hinter ihm steht, könnte damit erklärt werden, dass die Aufseher noch keinen geeigneten Nachfolge-Kandidaten gefunden haben. Dies dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein. Die UBS steht damit erst am Anfang eines Umbruchs. Diesen hat der mutmaßliche Betrugshändler Adoboli nicht ausgelöst. Aber wohl beschleunigt.

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  • Es sollte immer noch das prinzip gelten, dass ich für das handeln meiner Mitarbeiter gerade stehen muß. Es zeigt wie wenig Verantwortungsbewusstsein das Management heute hat und gierig ist. Ich glaube auch, dass die Händler zu hohen Risiken gezwungen, um die immer höheren Renditeversprechen einzuhalten. Riskmanagement ist etwas für die Aufsicht aber in Tagesgeschäft versuchen die Banken es zu umgehen! Es ist doch logisch dass irgendwann der Krug bricht!

  • Guten Tag..... Liebes Handelsblatt, schreibe keinen Stuss... Es handelt sich nicht um ein kriminelles Handeln des Haendlers. NEIN ES IST DIE REGEL. Solange es hinhaut sagt keine Sau etwas. Wenn es in die Hose geht, dann war der Haendler der von Oben gemobt und gehetzt wird ein Verbrecher. Nennen Sie das Kind beim Namen. Es sind die oberen Scheisskerle, die Leute zu solchem handeln anstifften. So ist es . So und nicht anders. Gute Nacht.

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