Landesbank in der Krise
HSH Nordbank braucht nach 2019 wohl mehr Geld vom Staat

Sinkende Zahlen im Schifffahrtsgeschäft und Steuernachzahlungen stürzen die angeschlagene HSH-Nordbank in die Krise. Man gibt sich kämpferisch, ist aber auf erhebliche Staatshilfen angewiesen.
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HamburgDie HSH Nordbank muss wegen hoher Verluste in der Schifffahrt und Steuernachzahlungen mehr Staatshilfe in Anspruch nehmen als gedacht. Die Bank werde vermutlich mehr als die ab 2019 angekündigten 1,3 Milliarden Euro an Garantien nutzen, kündigte Aufsichtsratschef Thomas Mirow am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten an.

„Mich würde es nicht wundern, wenn wir mit Blick auf den Jahresabschluss 2013 zu dem Ergebnis kämen, dass wir da einen Tick darüber landen werden.“ Die Veränderung werde bei der ersten Ziffer hinter dem Komma zu sehen sein. Konkreter wurde Mirow nicht. Er begründete dies damit, dass die endgültigen Zahlen noch nicht vorlägen.

Hamburg und Schleswig-Holstein, die zusammen 85 Prozent an der HSH Nordbank halten, stehen mit ihren Garantien für mögliche Verluste ein, die über eine Summe von 3,2 Milliarden Euro hinausgehen. Bis zu diesem Betrag muss das Institut Verluste selber tragen. Bisher hatte die Bank betont, sie könnte von 2019 bis 2025 bis zu 1,3 Milliarden Euro von ihren Eigentümern benötigen.

Die HSH musste wegen der Dauerkrise in der Schifffahrt im vergangenen Jahr erneut viel Geld für drohende Kreditausfälle zur Seite legen und rechnet für 2013 mit einem deutlichen dreistelligen Millionenverlust. Dabei schlagen auch Steuernachzahlungen zu Buche, die sich erst jüngst bei der Vorbereitung auf eine Betriebsprüfung herausgestellt hatten. Weitere 127 Millionen Euro kommen hinzu, die die Bank wegen umstrittener Dividendengeschäfte zurückgelegt hat.

Gleichzeitig fallen auf die auf zehn Milliarden Euro aufgestockte Staatsgarantie der Länder hohe Gebühren an. Mit einer Erholung der Schifffahrt, die unter Überkapazitäten und hohen Treibstoffkosten leidet, rechnet das Bankmanagement nicht vor 2015. Bis dahin will die HSH dank Einsparungen und guter Geschäfte im Bereich Firmenkunden, Immobilien und erneuerbare Energien längst wieder Gewinne abwerfen. Vorstandschef Constantin von Österreich hatte unlängst bekräftigt, er erwarte für 2014 vor und nach Steuern einen deutlichen Gewinn.

Im Firmenkundengeschäft steigerte sich das norddeutsche Institut bereits 2013 deutlich. Im laufenden Jahr sei ein Wachstum in einer ähnlichen Größenordnung wie im vergangenen Jahr geplant - bei auskömmlichen Margen, betonte Aufsichtsratschef Mirow.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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